Ein Mensch wird geboren, so unschuldig und klein.
Die Jahre vergehen, und er wächst zu einer Persönlichkeit heran.
Eines Tages wird in ihm ein Traum geboren, der ihn ein Leben lang begleiten wird, wie ein Schatten.
„Ja“, sagt er laut und denkt oft bei sich: „Das werde ich tun. Ich werde meinen Traum leben!“
Welche weisen Worte – wie oft hat er sie schon in klugen Schriften gelesen.
Doch er ist noch voller Hoffnung und sagt: „Ja, das werde ich tun!“
Weitere Jahre vergehen, und dieses Menschenkind steht nun fest im Leben.
Wer schrieb wohl die Zeilen für sein Leben? Warum wurde dieser Mensch nicht ein wenig gefragt? Oder konnte er die Zeichen nicht deuten, die das Leben ihm gab?
Den Traum hat er noch immer, und immer wieder sagt er sich: „Eines Tages werde ich diesen Traum auch leben.“
Doch wann kommt die Zeit dafür? Wann nimmt er ihn endlich in die Hände?
Inzwischen hat er eine eigene Familie, lebt glücklich und zufrieden. Doch wenn er seine Kinder ansieht, denkt er bei sich:
„Habt ihr auch eure Träume?“
Immer wieder sagt er sich: „Ich hab ja noch so viel Zeit.“
Doch ehe er sich versieht, sind die Jahre vergangen, und er ist ein alter Mann geworden.
In dieser Zeit ist viel geschehen, er hat Freude und Leid erlebt.
Wenn er zur Ruhe kommt und allein ist, versinkt er in seinen Gedanken.
„Wo ist meine Jugend geblieben? Wann habe ich meinen Traum verloren?
Ist es nun zu spät, oder ist jetzt die richtige Zeit?
Träume sind doch auch Schäume – das sagt man doch.“
Es war ein gutes Leben, und ich hatte einen Traum, denkt er.
Wie wäre es wohl gewesen, hätte ich meinen Traum wirklich gelebt?
Ich hätte diese Familie nicht, mit der ich so viel Liebe und Freude erlebe.
Wie soll ich all diese Fragen beantworten, wenn ich meinen Traum nicht gelebt habe…
Doch nun kommt ihm ein Gedanke, an dem er sich festhält:
Irgendwo auf dieser schönen Erde wird gerade jetzt, in diesem Augenblick, ein kleiner, unschuldiger Mensch geboren.
Dieser Mensch wird meinen Traum leben, und mit diesem Gedanken werde ich seinen Traum träumen.





