Weihnachten und die Sehnsucht nach Nähe

Jetzt teilen
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

Noch vor kurzem habe ich am Adventskranz die erste Kerze angezündet. Dann die zweite, die dritte – und ehe ich mich versah, brannte auch schon die vierte. Plötzlich waren es nur noch drei Tage bis Weihnachten, und ich fragte mich, wo die Zeit geblieben ist.

Dann kam der Heiligabend. Die Familie war zusammen, es war warm, vertraut, liebevoll. Ein jeder erzählte, wie er Weihnachten als Kind empfand, wir waren kurz still und ein jeder hing seinen Gedanken nach. Wir haben auch gelacht, einfach beisammengesessen. Und trotzdem war es anders als früher. Der Zauber der Kindheit, dieses unbeschreibliche Kribbeln, die Überraschung, die strahlenden Augen – all das fehlte ein bisschen. Vielleicht, weil man erwachsen ist. Vielleicht, weil man heute selbst derjenige ist, der versucht, anderen diesen Zauber zu schenken.

In solchen Momenten denke ich auch an die Menschen, die Weihnachten nicht so erleben können. An Kranke, die im Krankenhaus liegen. An ältere Menschen, die niemanden haben, der an sie denkt. Und ich frage mich, warum gerade an Weihnachten die Einsamkeit so viel schwerer wiegt als an jedem anderen Tag.

Vielleicht, weil Weihnachten uns daran erinnert, wie sehr wir Nähe brauchen. Wie sehr wir dazugehören wollen. Und wie wertvoll es ist, jemanden an seiner Seite zu haben – selbst wenn es nur für einen Abend ist.

Mit diesem Gefühl und inniger Dankbarkeit, wünsche ich mir von Herzen, auch im nächsten Jahr wieder mit meinen Liebsten zusammenzusitzen, zu lachen, zu schweigen, zu fühlen – und all das zu erleben, was Weihnachten zu einem Fest macht, das uns tief berührt.

 

 

 

Über die Autorin
Bild von Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Ähnliche Geschichten

Und plötzlich war Zeit

  Nach einer unruhigen Nacht erwachte Emi müde und ausgelaugt. Noch während sie im Bett lag, begann sie bereits damit, ihren Tag zu planen. Was

Mein Tag, meine Momente

  Ich mache mir meinen Tag schön. Mit kleinen Momenten, die mir guttun und Gesten, die ich mir selbst schenke. Und hier halte ich fest,

Vertrauen ist so zart wie Seidenpapier

  Mein Vertrauen wurde nicht einmal gebrochen, nicht zweimal – sondern über Jahre. Immer wieder. Ich wollte dir glauben, doch mit jeder neuen Enttäuschung legte

Vertrauen

  Vertrauen bedeutet, jemandem die Tür zu seinem Herzen zu öffnen, obwohl man weiß, dass genau dort die tiefsten Wunden entstehen können. Es bedeutet, sich zu

Bevor der Sommer geht

  Hallo September, der Sommer ist noch nicht ganz gegangen, und deshalb habe ich eine Bitte an dich. Ich habe dir ein paar Körbe vor

Schreib mir was Nettes

Du hast Fragen oder möchtest mir gerne etwas mitteilen? Feedback, Anregungen?

Willkommen bei den kleinen Geschichten!

Hier findet ihr Texte, Gedichte und kleine Weisheiten aus dem alltäglichen Leben. Geschichten die das Leben schreibt.

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest.

Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken
.

Eure Liselotte