Heuer machen die Eisheiligen ihrem Namen wirklich alle Ehre: Seit Tagen ist’s kalt, und heute, am letzten Tag, wird’s auch noch nass.
Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius stapfen frostig durchs Land, und zum Schluss kommt – wie jedes Jahr – die nasse Sophie. Gerne bringt sie noch einen Regenguss, als wär’s ihr persönlicher Abschiedsgruß. Doch nun, ihr fünf Gesellen, ist Schluss! Ihr habt uns gezeigt, was ihr könnt – nun macht der Sonne Platz. Jetzt möchten auch die zarten Pflänzchen endlich an ihren Platz.
Ich bin nicht mehr die, die ich einmal war – und es ist gut so.
Das Leben hat mir viele Treppen in den Weg gestellt, und oft lag Dunkelheit über meinen Schritten. Doch jede dieser Treppen hat mich weitergeführt, und jeder Schatten hat mir gezeigt, wo das Licht beginnt. Wie der Wind, der mein Haar bewegt, prägen auch die Winde des Lebens meinen Weg. Manchmal sind sie stark und herausfordernd – doch kein Sturm währt ewig. Er wird leiser oder zieht weiter. All diese Wege, all diese Höhen und Tiefen haben mich stärker gemacht.
Heute weiß ich: Stehenbleiben ist keine Option. Das Ziel liegt immer vor mir – und mit jedem Schritt werde ich mehr zu der, die ich sein soll.“
Hallo Mädels, aufgepasst!
Das ist unsere Nacht. Holt eure Besen aus dem Keller – heute Nacht ist Walpurgisnacht!
Mit einem Lachen auf den Lippen und dem Schalk im Rücken schweben wir durch die vom Mond erhellte Nacht.
Auf geht’s zum Maibaum!“, rufen die Burschen und stürmen los. „I bin der Erste!“, brüllt einer von ganz hinten, obwohl er noch nicht einmal die Schuhe richtig zugebunden hat.
„Des Bussal von der Maikönigin is fix meins!“, legt er nach, während die anderen nur grinsen: Ja ja, des hat letztes Jahr a scho einer g’sagt … und is noch den ersten Meter wieder runtergerutscht.

Mit viel Schwung begrüßen wir den ersten Mai: Es wird gelacht, getanzt und gefeiert. Die Röcke fliegen im Takt der Musik, die Gesichter strahlen um die Wette – und niemand denkt auch nur eine Sekunde aufzuhören. Später zeigen die Burschen, was in ihnen steckt: Mit Kraft, Ehrgeiz und einer guten Portion Übermut klettern sie den Maibaum hinauf. Und wer es bis ganz nach oben schafft, darf sich über ein Bussal der Maikönigin freuen.
Genießt diesen Tag mit Speis und Trank, mit Musik und guter Gesellschaft – und lasst euch treiben, bis in die Nacht.
Jedes Jahr im Frühling, wenn ich in die Gärtnerei fahre, um Blumen für meinen Garten zu kaufen, sehe ich dieses Bild von meiner Mama vor mir, und im Hintergrund höre ich ihre Worte. Auch wenn der Einkaufswagen schon voll ist – ich finde immer noch einen Platz für Blumen.‘
Das sagte meine Mama immer, wenn wir mit ihr in der Gärtnerei waren. Diese Worte hören wir wohl immer noch, und in solchen Momenten war sie der glücklichste Mensch. ♥️ Blumen waren die Farben ihres Lebens – und zwischen all den Blüten blühte auch ihr eigenes Herz auf.“

Das gelbe Wunder im Frühling!
Staunend bleib ich vor diesem Wunder stehen und denke mir: Ich muss nicht nach Frankreich oder Holland reisen, um Lavendel- oder Tulpenfelder zu bewundern. Jedes Jahr schenkt mir die Natur ihr eigenes Wunder: ein Meer aus Löwenzahn. Wie kleine Sonnen öffnen sich die Blüten, und die Wiesen leuchten in purem Gold.
Man bleibt stehen, lässt den Atem still werden, staunt — und fühlt nur Dankbarkeit für dieses zarte, verschwenderische Geschenk des Frühlings. Doch der Löwenzahn ist großzügiger, als man glaubt. Nachdem seine goldenen Sonnen sich für einen Moment zurückziehen, kehrt er ein zweites Mal zurück, still und sanft. Und plötzlich liegen die Wiesen, im leuchtenden Weiß, als hätte der Frühling selbst einen Schleier aus Licht über die Erde gelegt.
Zwischen Himmel und Erde liegt eine Weite, die älter ist als jedes Wort.
Sie erinnert uns daran, dass die Natur keine Grenzen kennt — und doch zeichnet der Horizont eine Linie, als würden sich beide Welten dort berühren.
Vielleicht zeigt uns genau dieser Zwischenraum, dass selbst das Weiteste und Getrennteste am Ende eine gemeinsame Linie findet — weil alles in der Natur auf Verbindung ausgerichtet ist, auch wenn der Weg dorthin weit erscheint. Die Natur zeigt uns, was auch zwischen uns Menschen geschieht: Dass selbst große Unterschiede und weite Abstände am Ende einen Punkt finden können, an dem sich alles fügt. So wie Himmel und Erde am Horizont zusammenzurücken scheinen, können auch Menschen einander näherkommen — manchmal langsam, manchmal über Umwege, aber getragen von derselben stillen Kraft, die alles miteinander verbindet.“
Wenn der Löwenzahn, seine Geschichten in den Himmel trägt. Inmitten der Wiese erwacht ein Kosmos der Natur. Ein Lichtkeimer streckt sein Köpfchen dem Himmel entgegen. Und schon bald öffnet sich die Sonne, und ein goldenes Lichtermeer erhellt die Wiesen. Nach Tagen des Strahlens zieht sie sich zurück und schlummert im Orbit, bis die Knospe als Vollmond wieder erwacht. Und wenn die Wiesen im klaren Weiß erstrahlen, beginnt der Zauber des Fluges: Tausende von Sternen steigen in den Himmel und tragen unsere Geschichten weiter.

Nicht die Sonne verändert sich, sondern dein Blickwinkel. Änderst du deinen Standpunkt, erscheinen die Dinge in jenem Licht, das die Wahrheit sichtbar macht.
Egal wie der Tag heute auch wird, ich setzte meine rosa Brille auf und schon sehe ich alles im hellen Licht.
Brille auf, Brille ab – der kleine Unterschied macht den ganzen Zauber aus.
Wenn der Garten zu erzählen beginnt
War es nicht erst gestern, als mein Herz vor Freude hüpfte beim Anblick des ersten Schneeglöckchens, das mutig die Schneedecke durchbrach?
Kurz darauf folgten Himmelschlüssel und Veilchen, die mit ihrem zarten Duft und ihrer Blütenpracht verkündeten: Der Frühling ist nicht mehr weit.
Nun aber ziehen auch sie sich wieder zurück, als hätten sie ihre Aufgabe erfüllt.
Noch stehen die Narzissen in voller Blüte und schenken dem Garten ein sonniges Leuchten, das mich jeden Tag aufs Neue erfreut.
Und schon zeigen die Tulpen ihre ersten Knospen — kleine Versprechen in Grün, die bald in den schönsten Farben aufbrechen werden.
Wer einen Garten hat, oder einfach mit offenen Augen seinen Weg geht, weiß:
Die Natur hält in jedem Moment ein Geschenk bereit — man muss nur stehen bleiben und es annehmen.
„Wie schnell die Zeit vergeht. Ein Moment blüht auf, der nächste ist schon vergangen. Vielleicht brauchen wir nur einen Atemzug des Innehaltens, um zu spüren, wie kostbar jeder Augenblick wirklich ist.“
Die Natur hat die Schneedecke von den Wiesen zurückgezogen, und schon zeigen sich die ersten zarten Blätter des Veilchens. Nur wenige Tage später erscheinen die ersten Knospen, die sich nach und nach zu einem intensiven Violett öffnen – einem Farbton, wie ihn nur die Natur hervorbringen kann. Die Blüten stehen so dicht beieinander, dass ein kleiner Teppich entsteht. Selbst mit geschlossenen Augen lässt sich ihr süßer, lieblicher Duft erahnen.
Wenn ich in das Gesicht des Veilchens blicke, erkenne ich das leise Versprechen, dass wahre Schönheit nie laut sein muss, um ein Herz zu berühren. Und schon ein kleines Sträußchen Veilchen vermag es, jedem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
April, April – ein Monat, der selbst nicht so recht weiß, was er will. Am Morgen begrüßt er uns mit strahlender Sonne, zu Mittag lässt er mich zum Himmel blicken und denken, dass ein Regenschirm wohl doch klug gewesen wäre. Am Nachmittag tanzen plötzlich Schneeflocken herab und scheinen mich mit einem spöttischen Lächeln zu begrüßen. Ja, der April ist ein launischer Geselle – und er genießt es sichtlich, uns jeden Tag aufs Neue zu überraschen.
Selbst an kühlen Frühlingstagen schenkt mir die Natur ein Lächeln – ein fröhliches Versprechen, dass die Sonne bald wieder strahlend zurückkehrt.
Heute ist‘s wieder so weit, holt eure alten Fetzen aus dem Schrank und rein ins bunte Treiben.
Vergesst aber die Masken nicht, denn ohne sie geht’s im Fasching nicht.
Heut ziehen wir durch die Gassen und erschrecken die Leut mit unseren Grimassen.
Wir tanzen, singen und feiern ausgelassen, auch wenn die Knochen schon ein wenig krachen. Jedoch im Herzen und im Geiste bleiben wir jung. Mit erhobenen Gläser und viel Spaß verabschieden wir den Fasching für dieses Jahr.

Mit rotem Hut und flatterndem Kleid tanze ich barfuß am Strand, einfach weil es mir gefällt. Es kümmert mich nicht was die anderen denken, ich drehe mich und lass mir mein Glas Prosecco schmecken. Der Sand umschmeichelt meine Füße und die Wellen spielen mit mir. „All das habe ich mir verdient!“ rufe ich in den Wind.
Das Alter? Ein Geschenk. Ich muss nichts mehr beweisen. Ich bin frei, ein bisschen verrückt und noch viel mehr.

Man begreift erst im Regen, dass Vernunft nicht darin liegt, einen Schirm zu besitzen, sondern ihn rechtzeitig zu benutzen. Einsicht ist eben wie ein Schlüssel: Er nützt erst, wenn man ihn tatsächlich ins Schloss dreht — und nicht, wenn man ihn nur bewundernd in der Tasche spazieren trägt.“

Nur wer sich selbst lieben kann, kann auch alleine glücklich sein. Wer seinen Frieden gefunden hat, schätzt die Stille und erkennt Dinge, die im Verborgenen ruhen.
Er gibt auf sich acht, denn er möchte sich nicht verletzen, sondern schützen und stärken.
Selbstliebe ist kein Ausdruck von Egoismus.
Im Gegenteil: Wer sich selbst liebt, ist auch offen für andere Menschen und nimmt Anteil an ihrem Leben.
So mancher muss erst verletzt werden, um sich selbst lieben zu lernen und Grenzen zu setzen, die ihn schützen.
Mit einer Tasse warmen Tees stehe ich am Fenster und blicke in die winterliche Landschaft. Noch liegt unser Land unter Schnee und Kälte, und dennoch spüre ich die leise Sehnsucht nach Wärme und Sonne in mir. Der Winter hat mir so viele schöne Momente geschenkt, Ruhe und ein Innehalten. Das erste Weiß, das die Welt in eine Märchenlandschaft verwandelte. Die klare Luft, die mich tief durchatmen ließ — für all das bin ich dankbar. Und doch wächst in mir die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer, nach Wärme auf der Haut und langen Tagen voller Leichtigkeit. Bis diese Zeit wiederkehrt, halte ich die Bilder in meinem Herzen fest. Sie erwärmen mich in den kalten Tagen und lassen mich träumen
Der Winter hält die Natur noch fest in seinen Armen, und leise fällt noch der Schnee. Doch sieh nur, wie die Tiere sich freuen, sie sind glücklich und feiern das Leben. Sie finden Futter und sind umgeben von der Wärme der Gemeinschaft.
„Nur noch wenige Tage“, sagt der Hase voller Zuversicht, er braucht keinen Kalender. „Dann beginnt der Schnee zu schmelzen, und die Sonne lacht wieder vom Himmel.“
Ja, pfeifen die Vögel von den Bäumen: „Alles hat seine Zeit.“

Der Jänner verabschiedet sich mit Sonnenschein und klarer Sicht.
Und vielleicht erinnert er uns daran, dass jeder Abschied auch ein stiller Anfang ist, der nur darauf wartet, entdeckt zu werden.
Doch nun tritt der Februar hervor, zart wie ein erster Atemzug, er bringt das Erwachen der Natur mit sich, ein leiser Neubeginn, der auch uns einlädt, selbst wieder aufzublühen.
Hallo Februar.
Nach einem frostigen und stürmischen Jänner freue ich mich auf dein Kommen. Die Tage werden spürbar länger, das Licht kehrt zurück und die Sonne gewinnt an Wärme. Bald wird das erste Grün aus der Erde brechen, und ich kann es kaum erwarten, wenn die Schneeglöckchen mich begrüßen. Auch die Vögel werden uns wieder mit ihren Liedern erfreuen. Ja, Februar – du bist Neubeginn und Licht.
Morgen wird es besser – schlaf einmal darüber, haben sie gesagt.“
Doch nicht der Morgen verändert etwas, sondern der Moment, in dem ich aufhöre, mich zu belügen und ich beginne, meine Last selbst abzuwerfen.
Nur dann wird jeder neue Tag leichter und ich kann wieder atmen.
Gestern freute ich mich noch über die ersten grünen Spitzen der Schneeglöckchen. Heute hat der Schnee sie wieder zugedeckt. Doch das macht mich nicht traurig, denn ich weiß: Der Frühling ist nicht mehr fern.“
Hallo März
In deinem zarten Erwachen liegt ein Versprechen – eines von Neubeginn, Hoffnung und echter Freude.
Noch hältst du die Natur sanft umarmt, doch langsam weckst du sie sanft aus ihrem Schlaf. Und mit jedem Tag öffnest du dich mir ein Stückchen mehr.
Du bist noch vorsichtig, schenkst den ersten. Pflänzchen nur so viel Wärme, wie sie vertragen, und lässt sie behutsam ins Licht wachsen. Ich genieße jeden Sonnenstrahl, der mich sanft berührt, und freue mich wie ein Kind über jede Blüte, die du hervorzauberst. Ich bleibe stehen, lausche den Vögeln in den Bäumen und lasse mich von ihren fröhlichen Liedern begleiten. Schön, dass du da bist, März.

Zwischen den Zeilen
In jedem Wort und in jeder Zeile, die zu Sprüchen oder kleinen Geschichten werden, liegt ein Funke Wahrheit. Kein Gedanke entsteht ohne Hintergrund.
Doch nur der, der zwischen den Zeilen liest, entdeckt das, was im Verborgenen liegt.
Ein „Danke“ muss nicht laut sein. Manchmal steckt in den kleinen Gesten, die leise und ehrlich aus dem Herzen kommen, mehr Wärme als in jedem großen Wort. Es braucht keinen besonderen Anlass und keinen festgelegten Tag. Doch gerade solche Tage zeigen, wie oft Wertschätzung an Anlässe wie Muttertag, Geburtstage oder andere Kalenderdaten gebunden wird. Dabei bietet jeder der 365 Tage genug Momente, um Dankbarkeit auszudrücken. Jeder einzelne Tag ist ein guter Tag, um jemandem zu zeigen: Ich sehe dich. Ich schätze dich. Danke.
„Weitere Texte findet ihr unter: Bilder und Geschichten für jede Gelegenheit!“





