Ich halte die Feder, doch das Leben schreibt

Jetzt teilen
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

 

Es endet nicht nur ein Monat – es endet die erste Hälfte eines Jahres. Sechs Monate, die Spuren hinterlassen haben. Sechs Monate, in denen das Buch des Lebens Seite für Seite beschrieben wurde.

Manche Kapitel waren leicht. Sie waren gefüllt mit Lachen, Hoffnung und Momenten, die man am liebsten für immer festhalten würde. Andere hingegen waren schwer zu lesen. Sie handelten von Abschied, Trauer, Enttäuschung und der Erkenntnis, dass nicht jede Geschichte so verläuft, wie wir sie uns wünschen. Manche Kapitel war man erleichtert, endlich umzublättern – auch wenn man sie noch im Gedanken hatte.

Dieses halbe Jahr war wie die Jahreszeiten selbst. Es brachte Frost und Schnee, Regen, Stürme und Hagel. Aber ebenso schenkte es uns Sonnenstrahlen, Wärme und Augenblicke, die das Herz berührten. Wir haben Sonnenaufgänge voller Hoffnung erlebt und zugesehen, wie die Sonne am Horizont versank – und mit ihr manchmal auch Träume, Pläne oder Menschen, die uns wichtig waren.

Nun liegt die zweite Hälfte des Jahres vor uns. Leere Seiten. Still. Unbeschrieben. Voller Möglichkeiten, aber auch voller Fragen. Niemand weiß, welche Worte auf ihnen stehen werden. Niemand weiß, welche Wendungen die Geschichte noch nimmt oder welche Hand die Feder in den entscheidenden Momenten führt.

Die erste Zeile ist bereits geschrieben: 01. Juli. Eine Zeile, in der Hoffnung und Zuversicht wohnen, aber auch Zweifel und Unsicherheit ihren Platz haben. Vielleicht gehört genau das zum Leben: nicht zu wissen, was das nächste Kapitel bereithält, und trotzdem den Mut zu finden, weiterzuschreiben.

Also nehme ich die Feder behutsam in die Hand. Nicht, weil ich glaube, die Geschichte kontrollieren zu können, sondern weil ich darauf vertraue, dass selbst die schwersten Kapitel ihren Sinn haben. Und vielleicht werden wir erst am Ende erkennen, warum jede einzelne Seite genauso geschrieben werden musste.

 

 

Über die Autorin
Bild von Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Ähnliche Geschichten

Der letzte Tropfen

  Vor mir steht ein Glas – meine Seele in ihrer zerbrechlichsten Form. Seit einer Ewigkeit steht es dort, still, wartend und ich sehe ihm

Der wahre Luxus

  Fragt man zehn Menschen, was Luxus ist, bekommt man zehn verschiedene Antworten – fast so unterschiedlich wie auf die Frage: „Wie ist das Wetter

Katharina fand das Glück

  Seit Monaten fühlte Katharina sich wie eine Suchende: rastlos, unruhig, immer auf der Suche nach etwas Neuem. „Wo finde ich das wahre Glück?“, fragte

Zeit, die uns geschenkt war

  Kurt und Rosa planten ihren Urlaub mit jener leisen Vorfreude, die entsteht, wenn zwei Menschen wissen, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist. Für Kurt war

Und die Welt dreht sich weiter

    Als ich nach dieser schlaflosen Nacht am Morgen aufgewacht bin, fiel es mir schwer, überhaupt aufzustehen. Das Erste, was ich sah, war der

Schreib mir was Nettes

Du hast Fragen oder möchtest mir gerne etwas mitteilen? Feedback, Anregungen?

Willkommen bei den kleinen Geschichten!

Hier findet ihr Texte, Gedichte und kleine Weisheiten aus dem alltäglichen Leben. Geschichten die das Leben schreibt.

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest.

Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken
.

Eure Liselotte