„Du musst loslassen“, wird so oft gesagt. Loslassen – das ist leicht gesagt.
Wenn dein Kind selbstständig wird und in die weite Welt zieht, dann musst du es loslassen. Das fällt noch leichter, weißt du doch, es kommt wieder zurück.
Doch verlierst du einen Menschen für immer, den du geliebt hast, und weißt, er kommt nie wieder – auch dann heißt es: „Loslassen. Lass ihn los, lass ihn ruhen.“
Natürlich sind diese Worte richtig. Natürlich sollte es so sein. Dein Leben geht weiter, und du hast nur dieses eine.
Aber was ist Loslassen? Ist es Mut? Ist es egoistisch? Ist es Selbstschutz? Aus welchem dieser Gründe du es auch schaffst – das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Oft jedoch ist die Sehnsucht nach diesem Menschen zu groß. Du schaffst es nicht, du kannst es nicht. Du glaubst, wenn du ihn loslässt, vergisst du ihn.
Doch die Zeit wird kommen, in der du bereit bist – bei dem einen früher, bei dem anderen später.
Loslassen ist wie ein Sprung aus einem Flugzeug ins Nichts. Da steht jemand hinter dir und sagt: „Lass doch los.“ Wie kann dieser Mensch das sagen? Du stehst doch hier an diesem Platz. Du blickst in die Tiefe – und unter dir scheint nichts zu sein. Es fühlt sich an wie ein Fall ins Unendliche.
Wie fühlst du dich jetzt? Was sind deine Gedanken? Du denkst, es ist ein Fall ohne Ende, du kommst niemals an. Wenn das dein Gefühl ist, dann lass noch nicht los. Dann ist es noch nicht der richtige Moment, noch nicht die richtige Zeit.
Doch wenn du am Abgrund stehst und erkennst, dass dich etwas auffangen wird, dann ist der Zeitpunkt gekommen, loszulassen. Nur dann kannst du wirklich frei sein.
Oft ist es nicht leicht, diesen sicheren Grund zu erkennen. Doch wer hat jemals gesagt: „Das Leben ist leicht“?
Lass erst los, wenn du einen sicheren Halt spürst. Dann atme tief durch und genieße den Fall – hinein in ein freies und lebenswertes Leben.
Und wenn du es nicht allein schaffst, dann greife nach der Hand, die dir gereicht wird.
Und wenn du es nicht allein schaffst, dann greife nach der Hand, die dir gereicht wird.





