Am frühen Morgen stand Lotti am Küchenfenster und lächelte in den sonnigen Tag. „Was zaubere ich meinen Gästen heute Köstliches?“, dachte sie, während die ersten warmen Strahlen über den Garten glitten. Für den Abend hatte sie Freunde eingeladen, und das Wetter versprach ein Fest unter freiem Himmel.
Mit dieser Vorfreude ging Lotti hinaus in ihren Garten – und blieb staunend stehen. Vor ihr lag ein kleines Paradies: frische Gurken, pralle Tomaten, knackiger grüner Salat, Bohnen, Zwiebeln und glänzende Auberginen. Dazu ein duftendes Meer aus Kräutern, das sich im leichten Wind bewegte. Dankbar füllte sie ihren Korb und spürte, wie sich ein Gefühl von Fülle und Frieden in ihr ausbreitete.
Zurück in der Küche öffnete sie den Schrank und entdeckte eine Dose Thunfisch, die perfekt zu ihrem Gartenreichtum passte. Sie kochte einige Eier, legte reife Avocado bereit und begann mit der Zubereitung. Das Gemüse wurde gewaschen, geschnitten, sortiert – jeder Handgriff war ein kleines Ritual.
Besonders freute sie sich über das Olivenöl, das ihr Bruder aus Italien mitgebracht hatte. Beim Öffnen der Flasche stieg ein frischer, sonnendurchwirkter Duft auf, der Bilder in ihr wachrief: früh gepflückte Oliven, warme Erde, ein italienischer Morgen voller Licht.
Mit liebevoller Sorgfalt richtete Lotti die Salate an. Gegrillte Auberginen, cremige Avocado, gekochte Eier und fein gehackte Kräuter fanden ihren Platz – ein Teller voller Farben, Düfte und Gaumenfreude.
„Andi, hol bitte den Prosecco aus dem Keller“, rief sie schließlich. Auch dieser war ein Geschenk ihres älteren Bruders – „für nette Stunden“, hatte er zu ihr gesagt.
Die Trauben, gewonnen aus sonnengereiften Trauben, die auf gutem Boden in Niederösterreich gewachsen waren, weckte in Lotti Bilder lachender Menschen bei der Weinlese.
Als die Gäste am frühen Abend eintrafen, war alles bereit: ein großer Tisch unter dem alten Apfelbaum, Laternen in den Ästen, die später ein warmes Licht verbreiten würden.
Lotti und Andi standen Hand in Hand da und betrachteten ihr Werk mit stillem Stolz. „All diese kleinen Köstlichkeiten kommen direkt aus unserem Garten – und sind mit viel Liebe zubereitet“, sagte Lotti leise, und sie wussten in diesem Moment, der Abend würde perfekt werden.
Die Stunden vergingen wie im Flug. Noch lange saßen die Freunde beisammen, erzählten, lachten und genossen die Wärme des Abends. Erst als es spät wurde und die Nacht sich über den Garten legte, machten sich die ersten Gäste langsam auf den Heimweg. Die Laternen brannten nur noch schwach, während irgendwo im Gras ein Igel raschelte. Die Freunde bedankten sich herzlich für den schönen Abend, das leckere Essen und verabschiedeten sich lachend.
Lotti und Andi räumten noch die letzten Gläser ab, lachten über die lustigen Momente des Abends und spürten diese angenehme Müdigkeit, die nach einem gelungenen Fest bleibt. Als schließlich die Gartentür ins Schloss fiel und der Garten wieder ihnen allein gehörte, sahen sie sich an und wussten: Es war genauso geworden, wie sie es sich gewünscht hatten.
Ein guter Abend bleibt – auch dann, wenn die Gäste längst gegangen sind.





