Spätsommer – Frühherbst

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Der Spätsommer trifft sich mit dem Frühherbst, freundlich treten sie sich gegenüber. Ja sagt der Spätsommer, die Natur zeigt es mir schon sehr deutlich, sie will nun zu Ruhe kommen. Viele Blumen, sowie Gemüse und einzelne Obstsorten, haben sich schon verabschiedet. Die Gärten sind abgeerntet, die Felder sind leer. Zaghaft fallen bereits die ersten Kastanien von den Bäumen und die Nüsse brauchen nicht mehr lange und sie lösen sich von den Bäumen.

Noch sind die Tage warm, tagsüber hat die Sonne noch nicht an Kraft verloren, jedoch am Abend spürt man bereits den Atem des Herbstes. Wenn früh am Morgen der Tau sanft über die Wiesen liegt und von der Sonne sanft beleuchtet wird, könnte man glauben, es hätte jemand eine Silberdecke ausgelegt.

Spinnennetze erscheinen wie Kristalle, sie funkeln im Sonnenlicht und einzelne Wassertropfen hängen wie Perlen im Netz.
Es ist nun an der Zeit sagt der Spätsommer, ich spüre meine Kraft geht nun zu Ende, der Sommer war schön und jeder Tag ein Abenteuer. Es war eine Freude der Natur zuzusehen, in den schönsten Farben hat sie geleuchtet, all die Tiere sprühten vor Lebenslust. Ich gab ihnen viel Sonne, doch auch Regen gab es genug und für die Tiere gab es genügend Futter. Alle lieben die Wärme, die Leichtigkeit, die unbeschwerte Zeit, die ich ihnen gebe. Die Menschen genießen den Sommer, um Urlaub zu machen und erholen sich von der Stressigen Zeit.
Ich bin gerne der Sommer es ist eine schöne Zeit, doch nun bin ich müde und jetzt beginnt deine Zeit.

Es ist noch Sommer und doch schon ein wenig Herbst, ich bin nun der Spätsommer und du der Frühherbst, für eine kurze Zeit sind wir eins.

Ich übergebe dir nun die Natur, die ich ein paar Monate gehegt und gepflegt habe, der ich all meine Kraft, Wärme und Liebe gab. Ich weiß, nächstes Jahr komme ich wieder und das Wiedersehen wird wunderschön. Meine Sonne wird wieder scheinen und erwärmen die Natur, die Blumen werden wieder in den schönsten Farben leuchten, die Mensch und die Tiere werden sich daran erfreuen.

„Nun werde nicht sentimental“ sprach der Frühherbst, nun bin ich dran. Ich werde aufpassen, auf alles was du mir übergibst. Auch meine Sonne wird noch warm scheinen und neues Leben wird es auch bei mir noch geben. Bei mir wird die Natur in den schönsten Farben leuchten, es wird ein Feuerwerk der Farben sein. Sie wird etwas ruhiger werden, wird sich im Laufe der Zeit auch zurückziehen und sich vorbereiten auf die kühle Zeit. So manche Tiere verlieben sich auch in meiner Zeit und bringen neues Leben im nächsten Jahr.
Auch zum Ernten gibt es jetzt noch viel, Beeren, Obst, Gemüse, Blumen, du siehst auch bei mir, nicht nur bei dir gibt es schöne Dinge!
Die Menschen lieben meine Zeit, sie gehen jetzt auf Wanderschaft und genießen die kühlere Natur. „Ich“ bin der goldene Herbst, bei mir erblüht so manches auf, das bei dir verbrannt und verdorrt wäre.
So diskutierten der Spätsommer und der Frühherbst noch einige Zeit und sie mussten feststellen, es hat doch alles seine Zeit. Keiner von beiden ist besser oder schlechter, gehören sie doch beide, zum Kreislauf der Natur, ohne den Einen gebe es den Anderen nicht.

Sie reichten sich die Hände und etwas geschah, doch keiner kann sagen, wann und was es war. Nur wer mit der Natur sehr verbunden ist und auf ihre Zeichen achtet, der kann es fühlen, spüren und sogar sehen.
Spätsommer-Frühherbst-3Es geschieht an einem besonderen Tag, da erstrahlt die Morgensonne, klar und voller Lebensfreude. Jedoch wer achtsam ist, spürt eine gewisse Melancholie. Und diese kann sich auf sehr feinfüllige Menschen auch übertragen und diese Menschen werden dann auch sagen: „Ich weiß nicht, was mit mir los ist, ich fühle mich heute so empfindsam“

Und am Abend zeigt der Spätherbst seinen schönsten Sonnenuntergang. Der Himmel wird von der untergehenden Sonne in ein Flammenmeer verwandelt. Der Herbst legt sich sanft über das Land und zeigt sich von seiner schönsten Seite, er möchte uns sagen.

„Nicht traurig sein, auch ich bringe euch noch schöne Tage“

Der Frühherbst wird von den Menschen auch Altweibersommer genannt. Und wann immer der Frühherbst das hört, schüttelt er sich vor Lachen und dabei werden die ersten Blätter von den Bäumen tanzen.

 

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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