Und es gibt sie ja doch

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Es ist schon spät und ich gehe mit meiner Hündin die letzte Abendrunde, es hat den ganzen Tag über geschneit, es funkelt, als würden Kristalle am Boden liegen und der Schnee knirscht herrlich unter meinen Füßen. Heute ist etwas anders, heute umhüllt mich ein gar gutes Gefühl, denn trotz der Kälte ist mir warm und mit jedem Schritt, den ich mache, habe ich das Gefühl, als würde mir jemand folgen. So bleib ich öfter stehen und drehe mich um, ich sehe nach links und nach rechts, jedoch ich sehe nichts, in dieser wunderschönen klaren Nacht. Ich schüttele meinen Kopf und muss lächeln, jedoch dieses schöne Gefühl begleitet mich weiter. Ach, denke ich mir, egal wer oder was es auch ist, es ist angenehm und ich fühle mich wohl dabei, es ist, als würde mich etwas Unsichtbares umgeben. Was ist das heute nur für eine besondere Nacht, was geschieht mit mir?
Auch meine Hündin, die mich begleitet verhält sich heute anders, sie schnuppert aufgeregt und hält immer ihre Nase in die Luft, es ist, als verfolgt sie eine unsichtbare Spur.

Doch plötzlich halte ich inne, denn ich höre ein gar zartes Rascheln und so gehe ich diesem Geräusch nach. Oh, was versteckt sich denn hier zwischen den Tannen, hier ist doch etwas oder bin ich schon so verzaubert von dieser schönen Nacht? Ich gehe nun näher und sehe in ein gar liebliches Gesicht, nun bin ich doch verzaubert und fühle mich wie ein Kind, mit offenem Mund stehe ich nun da und staune. Ja, es gibt sie, denn hier sehe ich ein kleines Engelchen vor mir, ich frage mich: „Träume ich oder bin ich wach?“
Der kleine Engel lächelt mich an und sagt: „Glaub an mich und du wirst sehen, kleine Wunder können immer geschehen“. „Ja mein Engelchen, ich glaub an dich, kann ich dich doch sehen und wenn ich meine Hand ausstrecke, kann ich dich auch berühren“. „Ich glaub an dich und auch an kleine Wunder werde ich glauben, denn ich habe heute eines gesehen, auch wenn es nur, für diese eine Nacht war. Ich sehe noch einmal in das Engelsgesicht und bin wohl der glücklichste Mensch in diesem Moment. Denn als ich in die Augen des Engels sah, sah ich etwas vertrautes, etwas mir bekanntes, ach, wie waren mir diese Augen so vertraut. Es lag so viel Liebe und Güte in diesen Augen und ich wusste, nun brauch ich mir keine Sorgen mehr zu machen, denn alles wird gut. Mit mir zufrieden stampfte ich durch den glitzerten Schnee und Gina meine Hündin hüpfte zufrieden neben mir. Ja es gibt Engel, ich habe doch schon immer daran geglaubt, jedoch heute, in dieser sternenklaren Nacht habe ich einen gesehen.

Am nächsten Morgen überlegte ich kurz, doch nein, es war kein Traum, ich habe meinen Engel gesehen und er hat mit mir gesprochen, ich fühlte mich wie im Himmel, für eine kurze Zeit. So ging ich noch einmal zu dieser Tanne, wo ich vergangene Nacht meinen Engel sah, ich wollte nachsehen, ob es Spuren von ihm gab. „Da, hier ist doch etwas“ rief ich voller Freude, „ein goldenes Haar hat sich in der Tanne verfangen, oder hat es mein Engelchen für mich zurückgelassen?“ Voller Ehrfurcht greife ich danach „danke, dass du mir meinen Glauben an dich bestätigt hast“, flüstere ich und küsse zärtlich das Haar, bevor ich es behutsam in meine Jackentasche stecke.

Ich weiß, ich bin nie allein, denn selbst in der dunkelsten Nacht bist du bei mir, auch wenn ich dich nicht sehen kann.

 

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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