Muttertag

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Alle Jahre wieder, wenn ich in der Natur bin und der Duft von Flieder die Luft erfüllt, mir bei jedem Schritt  Bilder der Erinnerungen mein Herz erfreut. Dann weiß ich, es ist wieder Muttertag und meine Gedanken reisen viele Jahre zurück, zurück in eine schöne unbeschwerte Kinderzeit. Schöne Bilder erscheinen vor mir, ich sehe glückliche Kinder, die mit ihrer Mama den Muttertag feiern.
Bereits am Abend vor dem Muttertag ging es schon los, wir 6 Kinder wollten doch unsere Mama verwöhnen. Ach wie waren  wir aufgeregt , dass zu Muttertag ja alles passt.
Die älteren Geschwister haben liebe Dinge gebastelt und waren ganz stolz darauf, auch Gedichte wurden auswendig gelernt. Wir, die Jüngeren haben schöne bunte Bilder gemalt, jeder hat seinen Namen darauf geschrieben und für die, die noch nicht schreiben konnten, haben die Älteren sie beschriftet.

Aufgeregt betrachteten wir alles noch einmal, auch die Gedichte wurden noch einmal aufgesagt, es sollte doch alles perfekt sein. Mama wusste natürlich um was es ging und warum wir so aufgeregt waren. Deshalb war sie auch nicht so streng als sie sagte:

 nun aber ab in das Bett“

Endlich war die Nacht herum und wir konnten aufstehen, Mama blieb brav im Bett liegen und stellte sich schlafend. Wir versuchten leise zu sein, um Mama nicht zu wecken, natürlich war das nicht der Fall.
Ein jeder wollte das Frühstück für Mama machen, doch dies war die Aufgabe der Älteren. Mit was für einer Freude standen sie in der Küche und bereiteten voller Eifer ein schönes Frühstück zu.

Jedes Kind hatte einen Fliederstrauß in der Hand, der ganze Raum war mit einem unvergesslichen Duft erfüllt. Diesen herrlichen Duft werde ich wohl nie vergessen.

Die Jüngste schlich sich auf Zehenspitzen in das Schlafzimmer und schaute zu Mama in das Bett. Ganz aufgeregt sagte sie dann zu uns Geschwister:

 Mama ist schon munter!“

So standen wir um das Bett, die Älteren hatten das Tablett mit dem Frühstück in der Hand. Wir Jüngeren waren so aufgeregt, wir wollten nur zu Mama in das Bett und mit ihr kuscheln. Papa brachte einen großen Eimer um den Flieder in das Wasser zu stellen, denn so viele große Vasen hatten wir nicht.

Nun sagten die Älteren ihre Gedichte auf und gaben Mama die selbst gemachten Geschenke und wir Kleinen? Wir zappelten schon ganz aufgeregt herum, wir wollten doch endlich Mama unsere gemalten Bilder geben.

Ganz deutlich sehe ich jetzt Mama vor mir, wie sie glücklich und mit Tränen in den Augen im Bett sitzt.

Das schönste an diesem Tag aber war, das wir alle im Bett bei Mama lagen.
Es wurde geredet, gelacht und geküsst, ein jedes von uns Kindern wollte ganz nahe bei Mama sein.
Papa stand in der Tür und sah nur zu, auch er war glücklich und etwas berührt über dieses Bild, das sich ihm da bot.
Zu meiner Mama in das Bett kann ich leider nicht mehr. Jedoch alle Jahre an Muttertag, denke ich daran zurück, schließe meine Augen und sehe diese Bild vor mir.

Sechs aufgeregte Kinder und viel Flieder, umgeben von einem wunderbaren Duft und eine glückliche Mama, in diesem Augenblick.“

Achte  deine Mutter solange du sie noch hast. Genieße ihr Lachen, solange du es noch aus ihrem Munde hörst.
Genieße ihren Duft, solange sie ihn noch am Körper trägt, denn an den wirst du dich noch erinnern, wenn sie nicht mehr ist.
Sie ist der ehrlichste Mensch zu dir, kein anderer wird es je so sein. Nütze die Zeit in der du sie noch hast, denn es wird nie wieder so sein, wie zu dieser Zeit.
Heute ist Muttertag und Mama ich sag dir was.

 Danke für alles, was du für mich getan hast, du hast alles gut und richtig gemacht und dafür dank ich dir“

Auf meinem Tisch wird wie alle Jahre ein Fliederstrauß stehen. Ich werde meine Augen schließen und sehe alles wieder vor mir.

 

 

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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Eure Liselotte