Leicht wie ein Schmetterling

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Der Sommer hat nun seinen Höhepunkt erreicht!

Es ist ein wunderbares Gefühl, an diesem kühlen Morgen barfuß über diese schöne Blumenwiese zu gehen. Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen und achte darauf, keine Blume zu zertreten.

Mit wachem Blick für das Schöne schreite ich über diese Märchenwiese, strecke meine Arme aus und atme die herrlich duftende Luft tief ein. Für einige Zeit verharre ich in dieser Pose und genieße diesen Augenblick des Friedens.

Bienen, Fliegen und unzählige kleine Käfer, deren Namen ich nicht kenne, summen und schwirren durch die Luft.

Ein Schmetterling zieht meinen Blick magisch an. Wie leicht flattert er von einer Blume zur anderen! Nur kurz nascht er am Nektar einer Blüte, um gleich wieder weiterzufliegen.

Wie eine Feder im Wind – so leicht und sorglos wirkt er auf mich. Es ist, als würde auch er ein Liedchen summen.

Ach, denke ich mir, wäre doch auch das Leben immer so leicht!
Nachdenklich sehe ich ihm hinterher und würde ihn gern fragen:
„Hat ein Schmetterling auch Sorgen? Kennt er Kummer und Leid?“

Natürlich sage ich laut zu mir selbst, darf er nicht leichtsinnig sein. Auch er muss täglich Acht geben auf sein zerbrechliches Schmetterlingsleben.

Das Leben eines Schmetterlings dauert nur wenige Tage, Wochen oder manchmal einige Monate – denn es gibt eine große Vielfalt unterschiedlicher Arten.

So leicht er als Schmetterling auch durch sein Leben schwebt, war er zuvor vielen Gefahren ausgesetzt. Zuerst als Ei, dann als Raupe und schließlich als Puppe – in jeder Phase musste er um sein Leben bangen, überall lauerte Gefahr.

Hat er jedoch all diese Entwicklungsstadien überstanden und kann endlich seine Flügel ausbreiten, dann liegt ein wunderschönes Schmetterlingsleben vor ihm.

So manchem Menschen bringt er Träume und zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und mancher lässt seine Gedanken mit ihm in den Himmel steigen.

Dem Schmetterling wird nachgesagt, er stehe für Wiedergeburt und sei die Seele der Verstorbenen. Ist es nicht schön, an einen solchen Mythos zu glauben?

Dieser schöne Schmetterling hat auch meine Seele berührt. Er hat es geschafft, mir ein Lächeln zu entlocken.

So stehe ich mit ausgebreiteten Armen mitten auf dieser Blumenwiese, schließe die Augen und denke an nichts. Nur das Summen der Käfer ist zu hören.

Plötzlich spüre ich ein zartes Kribbeln an meinem Arm. Behutsam und ganz langsam öffne ich die Augen. Ich traue mich kaum zu atmen, möchte dieses kleine Wunder nicht verschrecken.

Mein Staunen ist groß. Ich fühle mich glücklich und angenehm bewegt: Ein wunderschöner, bunter Schmetterling hat sich auf meine Finger gesetzt. Ich bestaune seine zarten Flügel – wie gern würde ich ihn berühren.

Doch man muss nicht immer alles anfassen. Ist es nicht viel intensiver, etwas nur zu betrachten? Und was will ich mehr – ich kann ihn ja fühlen, denn er sitzt auf meinem Finger.

Nun erhebt er sich sanft, breitet seine Flügel aus und flattert davon. Doch es ist mir, als flüstere er mir noch etwas zu:

„Nimm das Leben nicht immer so schwer. Nimm es manchmal leicht und sei auch ein wenig flatterhaft.“

Lange sehe ich ihm nach und denke:
Der Schmetterling ist wie das Glück – es lässt sich nicht einfangen. Steht man jedoch still und ist frei von Zwängen, kommt es von ganz allein und lässt sich bei dir nieder.

Morgen, ja morgen komme ich wieder auf diese schöne Blumenwiese. Mein Blick wird suchend über sie schweifen – in der Hoffnung, den Schmetterling noch einmal zu sehen. Und ich werde mich wieder daran erinnern, das Leben hin und wieder etwas leichter zu nehmen.

Danke, du kluger Schmetterling. Ich werde versuchen, es dir manchmal gleichzutun.

Und wenn es einmal nicht gelingt, schließe ich die Augen und denke an dich.

Wie viel Kraft musst du, kleiner Schmetterling, aufbringen, um so leicht zu wirken? Wie stark musst du sein!

Mit diesem Gedanken gehe ich weiter und sage mir:
„Je stärker ich bin und je mehr Kraft ich besitze, desto leichter werde ich das Leben bewältigen.“

Danke, du kleiner, starker Schmetterling. Ich wünsche dir ein leichtes, schönes Leben – und dass auch deine Nachkommen immer eine blühende, schützende Blumenwiese vorfinden.

 

 

 

 

Über die Autorin
Bild von Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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