Der Winterschlaf

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Langsam gehe ich den Weg entlang, nur das Knirschen vom gefrorenen Boden ist zu hören, eine weiß- glitzernde Schneedecke überzieht das weite Land.

Der Teich der im Sommer mit den schönsten Seerosen bedeckt ist und auf dem sich die Enten lustig tummeln, ist nun mit einer dicken Eisdecke zugedeckt, es ist als wäre in ihm kein Leben mehr. Doch würde man unter die Eisdecke blicken, gebe es einiges zu sehn.

Aufgepustete Vögel sitzen in den Ästen und zwitschern ganz leise, es hört sich wie ein Gemurmel an, eng drücken sie sich aneinander, um sich gegenseitig zu erwärmen. Sie sind dankbar für jeden Futterplatz den wir ihnen zu dieser Jahreszeit aufstellen. Im Frühling werden sie sich mit ihren schönsten Liedern bei uns bedanken und unsere Herzen erfreuen.

Die Sonne steht hoch am Himmel und lässt den Schnee wie Kristalle glitzern, es funkelt und glitzert, kann fast nichts mehr sehn.

Die Kraft der Sonne wird nun von Tag zu Tag stärker und nimmt an Kraft zu. Bald wird der Schnee schmelzen und das erste Grün ist zu sehn.

Das Eis am Teich wird brechen und die Enten werden wiederkommen, die Seerosen werden wieder in den schönsten Farben erblühen.
Doch noch ist es nicht so weit, es wird noch einige Zeit dauern. Die Erde braucht ihren Winterschlaf sie muss nun Kräfte sammeln. Denn im Frühling wird wieder alles zu neuem Leben erwachen und dafür braucht sie Kraft.

So stehe ich inmitten dieser weißen Pracht und lass mich von der Sonne küssen, plötzlich kommt in mir ein schöner Gedanken und ich lege mich in den Schnee.
Im Gedanken sehe ich unter die Schneedecke und noch ein Stück unter die Erde und was ich da sehe bringt mich zum Lachen.

Kleine Tierchen beginnen schon zu grabbeln, sie recken und strecken sich und blinzeln schon nach oben.
Kleine Wurzel und Blumenzwiebel strecken schon ihre Fühler aus, auch sie wollen schon bald nach oben.
Was sich da unter der Erde schon alles tut, das lässt sich nur erahnen. Gerne würde ich mein Ohr an die Erde drücken, denn ich habe das Gefühl, die Natur will mir etwas sagen.

Jetzt muss ich lachen und stehe auf, blick mich um und hoffe das mich niemand sieht. Fühl mich wie ein kleines Kind, dass heimlich durch die Türe schaut um das Christkind zu sehn.

Eine schöne kindliche Vorfreude auf den Frühling hat mich gepackt, denn ich habe etwas Schönes gesehen und gehört.
(Auch wenn es nur in meiner Fantasie entstanden ist)

„Ich habe den Frühling an die Erdkruste klopfen gehört, habe gesehen wie sich die kleinen Tierchen schon recken und strecken. Voller Vorfreude strecken die Blumen ihre Köpfchen schon nach oben. Ja nun weiß ich, es dauert nicht mehr lange und der Frühling ist da“

 

 

 

 

 

Mit meinem kleinen Geheimnis und einem Lächeln im Gesicht, gehe ich durch den Schnee, höre auf das Knirschen meiner Schritte und rufe den Vögeln zu.

„Nicht mehr lange meine Lieben, bald ist es vorbei, bald hat die Erde ausgeschlafen und der Frühling ist wieder da. Ich habe ihn gesehen und ich muss euch sagen: Noch wirkt er ein wenig verschlafen, doch steckt in ihm schon die volle Lebenslust“

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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