Abschied vom Sommer

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Wie alle Jahre wieder, bin ich nun doch überrascht!

Als mein Blick heute Morgen über die Felder streifte, waren diese mit einem zarten Schleier aus Nebel zugedeckt. Die Luft war schon etwas kühler und sie roch nach feuchtem Laub. Es war nicht unangenehm, doch ich spürte es heute zum ersten Mal, es lässt sich nicht mehr leugnen, der Herbst naht mit leisen Schritten.

Jedoch, wenn ich es mir recht überlege, warum bin ich überrascht? Vor einigen Tagen schnitt ich doch schon die ersten verblühten Sommerblumen zurück. Nahm von einigen die Samen ab, um sie im nächsten Jahr wieder auszusäen.
(Und so muss ich an den Frühling denken, wie hatte ich mich doch gefreut, als das erste zarte Grün der Blumen zu sehen war, als sich die ersten Blüten zeigten, ach wie war ich doch entzückt).

Das Gemüse ist bereits abgeerntet und ich überlege mir, was kann ich für den Herbst noch pflanzen? Die ersten Zierkürbisse habe ich abgeschnitten und freue mich schon, sie schön zu dekorieren, sie schön in Szene zu setzten. Ja, auch dieses Jahr werde ich meinen Garten wieder schön in den Farben des Herbstes schmücken. Mit Nüssen, Kastanien, Kürbissen, buntem Laub und alles was die Natur mir schenkt, werde ich verschwenderisch in Szene setzten.
Es lässt sich nicht mehr leugnen, der Sommer geht nun zu Ende. Eine leichte Melancholie macht sich in mir breit und im Geiste hole ich mir noch einmal die Bilder dieses Sommers.
Ja, ich werde Abschied nehmen von diesem Sommer und ich bedanke mich dafür. Für die vielen schönen Blumen, die mein Herz erfreuten, hab mit so manchen Blumenstrauß auch andere Menschen eine Freude damit bereitet.
Was war das für ein Summen und Flattern über der Blumenwiese, Bienen, Marienkäfer, Schmetterlinge und viele andere Insekten, sie alle naschten am Nektar der Blumen. Ich habe wohl hunderte von Bildern gemacht, so fasziniert war ich von diesem Treiben. Manchmal war ich wie ein Kind, ich konnte mich nicht satt sehen an diesem treiben.
Was für schönes Gemüse hat mir dieser Sommer doch gebracht, es war eine gute Ernte und die Speisen daraus waren lecker. An so manchen grauen, kalten und trüben Tag, werde ich voller Genuss und mit einem Lächeln, in ein Marmeladebrot beißen. Ich werde dabei an das Sonnengereiften Obst des Sommers denken und an die Süße der Beeren.

Noch sitze ich mit einem leichten Sommerkleid auf meiner Gartenbank, erinnere mich an so manchen lauen Sommerabend. An Sonnenuntergänge, die den Himmel rot färbten und mit dem Wissen, Morgen wird es wieder ein schöner Tag. An so manche Sternenklare Nacht, mit lieben Menschen, bis spät nach Mitternacht. Von den Blumen, die nur in den Abendstunden ihren süßlichen Duft verströmten. Oft konnte ich nicht genug daran riechen und wünschte mir ein Parfum, von dieser Blume.
Ich weiß, alles hat seine Zeit und jede Jahreszeit ihren Reiz, doch den Sommer liebe ich schon sehr.
So nehme ich heute Abschied vom Sommer und ziehe Bilanz, es war für mich und meine Familie ein sehr schöner Sommer, ohne Kummer und Leid. Es regnete mehr als in so manchen Sommer vorher, doch dafür musste ich auch weniger gießen und das freute mich doch sehr.
Doch noch ist es Sommer, noch blühen viel Blumen und das Laub der Bäume ist noch grün.

Und doch gehe ich an diesem Abend früher in das Haus, der Wind ist doch schon etwas kühler, der Herbst streckt seine Fühler aus.

Danke lieber Sommer für die vielen schönen Stunden, die mein Herz erfreuten, danke an die Sonne, die meine Seele erwärmte. Danke an all die schönen Farben, die meine Augen erfreuten, an die Düfte, die meine Sinne zum Träumen verführten.

Auf Wiedersehen mein Sommer, ich werde dich vermissen, doch werde ich von dir träumen, in so mancher trüben Zeit.

Nun werde ich mit guter Laune in die Natur hinaus gehen und viele schöne Dinge sammeln. Nüsse, Kastanien, Beeren, Gehölze, Moose, ich weiß es wird eine Menge mehr werden. Mit großer Freude werde ich mit all den schönen Dingen meinen Garten schmücken, er soll noch einmal in den schönsten Farben erstrahlen, bevor er sich zur Ruhe begibt.

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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