Ich liebe das Alleine sein, doch Einzelgänger bin ich keiner

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In der Zeit von Corona erfuhr ich einige über mich, ich hatte ja nun viel Zeit.
Immer wieder hörte ich, wann ist das Ausgehverbot endlich zu Ende, wann kann ich wieder raus. Vielen Menschen, fehlte der Kontakt zu den anderen, einige bekamen Depressionen, sie wussten mit ihrer Zeit nichts anzufangen.
Immer wieder dachte ich mir, mir fehlt es an nichts, ich kann jederzeit in die Natur, ich kann jederzeit hinaus. Und wenn es nicht möglich ist, brauch ich auch kein Theater, kein Kino, ich muss auch nicht unbedingt in ein Restaurant. Ich stellte fest, all das fehlt mir nicht wirklich, mir wurde es nicht langweilig. Mir reichte es, mit Familie und Freunden zu telefonieren, das Einzige was mir fehlen würde, wären meine Kinder.  Da wir uns jedoch sehr diszipliniert verhielten (war ja auch nötig, da wir zwei Risikopatienten in der Familie haben) konnten wir uns mit unseren Kindern auch treffen.

Ich stellte immer öfter fest, mir geht es gut, ich habe alles was ich brauch und so stellte ich mir die Frage: „Bin ich sonderbar, nur weil ich gerne alleine bin?“
Aber warum sollte ich sonderbar sein? es geht mir gut, ich fühle mich wohl, ich habe immer etwas zu tun, ich genieße die Zeit mit mir.
Und ja, wenn ich möchte (inzwischen kann man sich ja wieder treffen) kann ich mich jederzeit mit meiner Familie oder mit meinen Freunden treffen. Mein Freundeskreis ist nicht sehr groß, doch die Freunde, die ich habe sind auserwählt für mich. Für sie bin ich auch da, teile mit ihnen Freud sowie auch Leid. Ich bin kein Einzelgänger, ich fühle mich auch in Gesellschaft sehr wohl, genieße schöne Gespräche und lache sehr gerne.
Wenn ich allein bin, bin ich nicht einsam oder traurig, im Sommer bin ich in meinem Garten. Stundenlang zupfe ich einmal hier und einmal dort, bewundere die schönen Blumen und ernte mein Gemüse. Bemale Steine, schreibe schöne Sprüche, dekoriere meine Plätzchen und mit einem Lächeln gehe ich dann durch meinen Garten und denke mir: “ Ach geht es mir gut“

Ich liebe das Alleine sein, doch Einzelgänger bin ich keiner!

Und da das Leben ja die Geschichten schreibt, habe ich immer etwas zu tun. Ich schreibe die Geschichten über das Leben und die hören niemals auf. Es gibt sie über Liebe, Trauer, Sehnsucht, Einsamkeit, über das Lachen, das Weinen und über das Glück. Jeder Mensch hat seine Geschichten und einige gehören aufgeschrieben.
Auch, mit meinem Mann muss ich nicht immer reden, das passt für uns perfekt. Wir genießen beide auch die Stille und mit Blicken sagen wir uns sehr viel.
Manchmal rede ich auch gerne und viel, es muss nur passen und nicht weil es jemand anderer will. Ich möchte mich nicht über Dinge ärgern, die ich doch nicht ändern kann, damit belaste ich nur meine Seele und die hat besseres, verdient.

Nun frag ich mich, bin ich deswegen sonderbar? Es sind doch die anderen, die sich darüber eventuell mokieren. Meine Familie und meine Freunde kennen mich und das ist alles was ich brauch.

Ich bin nicht einsam, nur weil ich gerne allein bin, ich bin auch nicht sonderbar, nur weil ich nicht über andere Menschen tratsche. Das Leben steckt doch voller Geheimnisse und die finde ich nur, wenn ich mit mir im Reinen bin.

Ein jeder Mensch hat das Recht, so zu leben, dass er glücklich ist, solange kein anderer dadurch zu Schaden kommt!

In der Zeit, da ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben verlor, fühlte ich mich einsam und leer. (In sehr traurigen, schlimmen Zeiten ist man immer allein, selbst wenn man von vielen Menschen umgeben ist) Doch Später als ich ruhiger wurde, liebte ich das alleine sein, ich fühlte mich nicht mehr einsam, das Leben bietet doch so viel.

Es gibt einen bestimmten Ausdruck, der passt für Menschen wie mich, man nennt sie „Ambivertiert“ Das sind Menschen, die sowohl die Einsamkeit als auch das Zusammensein lieben.

 

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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Eure Liselotte