„Es ist doch ganz einfach, es ist ganz leicht“, sagen wir oft. Doch einfach ist relativ.
Was für mich ein paar Schritte sind, kann für andere eine kleine Wanderung sein. Was mir leichtfällt, kann für andere unüberwindbar sein.
Der eine sagt mit Leichtigkeit „Hallo“, für ein anderen ist es eine Überwindung.
Der eine ist ein Morgenmensch, der andere liebt die Abendstunden.
Der eine drückt seine Gefühle mit Worten aus, der andere mit Gesten.
Für den einen sind Veränderungen eine neue Chance, für den anderen bedeuten sie Chaos.
Es gibt Dinge, die fallen dem einen leicht und dem anderen schwer. Für den einen ist es selbstverständlich für den anderen unvorstellbar.
Jeder ist anders. Es sind unsere Erfahrungen: Was für den einen leicht ist, hat er schon oft gemacht, und für den andren ist es etwas Neues.
Der eine ist verletzlicher, den anderen kann nicht so schnell etwas erschüttern.
An manchen Tagen geht vieles leichter, an anderen kostet es Kraft und Energie.
Ein jeder hat seinen Rucksack zu tragen, doch der Inhalt fühlt sich bei dem einen wie Steine an, und der andere spürt ihn kaum.
Natürlich hat jeder Mensch von Natur aus andere Talente. Das ist auch gut so, es macht jeden Menschen besonders und einzigartig.
Und trotzdem sagen wir oft: „Ist doch ganz einfach, geht doch ganz leicht!“
Vielleicht sollten wir öfter fragen: Für wen ist es einfach und leicht?
Was dem einen leichtfällt, ist ein Geschenk.
Was dem anderen schwerfällt, ist keine Schwäche, sondern ein Hinweis darauf, dass wir alle verschieden sind.
Wir erleben alle den gleichen Tag, und trotzdem ist er für jeden anders.





