Da stehst du nun. Ein weiter Weg liegt vor dir.
Zu Beginn hielt jemand deine Hand und half dir, den richtigen Weg zu finden. Diese Hand räumte dir manche Steine aus dem Weg und half dir wieder auf die Füße, wenn du gefallen bist. Sie hätte dich gerne den ganzen Weg begleitet und dir alle Hindernisse aus dem Weg geräumt.
Doch es kommt die Zeit, in der jeder seinen eigenen Weg finden muss. Von diesem Moment an gehst du allein weiter – mit all den Steinen und Hindernissen, die sich dir in den Weg stellen.
Es ist nicht leicht. Es gibt unzählige Seitenwege. Woher sollst du wissen, welcher der richtige ist?
Natürlich wirst du manchmal den falschen Weg einschlagen. Du wirst Fehler machen, Erfahrungen sammeln und lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Viele Stationen wirst du auf deinem Lebensweg durchlaufen. An manchen wirst du länger verweilen, an anderen nur kurz. Und an einigen wäre es besser gewesen, einfach vorbeizugehen.
Es wird Momente geben, in denen du stehen bleibst, zurückblickst und dir wünschst, die Hand von damals noch einmal in deiner zu spüren. Doch wenn du innehältst und ganz fest an früher denkst, wirst du sie fühlen. Sie war nie wirklich fort. Sie ist immer da – in deinen Erinnerungen, in deinem Herzen und in allem, was sie dir mitgegeben hat.
Achte auf dieses Gefühl und höre auf dein Herz. Es wird dir zeigen, welcher Weg der richtige ist.
Viele Menschen werden dich ein Stück deines Weges begleiten. Von einigen wirst du dich verabschieden, andere werden dich verlassen. Du wirst lernen, nicht alles zu glauben, und du wirst Enttäuschungen erleben. Doch genau diese Erfahrungen machen dich klüger, stärker und reifer für deinen weiteren Weg.
Es wird Abschnitte geben, in denen du glaubst, nicht mehr weitergehen zu können. Überall liegen Steine vor dir. Sie zu überwinden erscheint aussichtslos und schwer.
Doch denke immer an die Hand. Denke daran, was sie dir gezeigt hat und wie sie Hindernisse überwunden hat. Sie hat nie aufgegeben.
Du darfst nicht stehen bleiben und darauf warten, dass jemand kommt und deine Steine aus dem Weg räumt. Nur du allein kannst sie beseitigen. Pack an – einen Stein nach dem anderen. Es wird Zeit brauchen, doch du wirst es schaffen.
Verweile auch manchmal. Atme tief durch und finde zu deiner inneren Ruhe.
Viele Versuchungen liegen am Rand deines Weges. Wenn du nicht achtsam bist, kannst du dich in ihnen verlieren. Gleichzeitig liegen dort auch Chancen. Manche wirst du erkennen und ergreifen, an anderen wirst du vorbeigehen, ohne sie wahrzunehmen. Erst später wirst du verstehen, dass auch sie Teil deines Weges waren.
Am Ende deines Weges blickst du zurück. Dein Leben hat dich vieles gelehrt. Du bist klüger geworden und würdest heute manches anders machen. Nicht dieselben Fehler, vielleicht andere – doch jede Erfahrung hat dich zu dem Menschen gemacht, der du geworden bist.
Wenn du zurückblickst, wirst du dich vielleicht fragen: Was hätte ich anders gemacht?
Doch egal, wie dein Weg verlaufen ist – sei dankbar für ihn. Bereue nicht zu viel. Denn jeder Schritt, jede Entscheidung, jeder Umweg und jedes Hindernis haben dich geformt. Ohne sie wärst du nicht der Mensch, der du heute bist.
Und wenn dein Weg schließlich zu Ende geht, wartet dort wieder die Hand. Sie legt sich in deine, nimmt dich ein letztes Mal an die Hand und führt dich nach Hause.





