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Was hast du schon alles erlebt, gesehen und gespürt im Wandel der Zeit, über Tausende von Jahren hinweg.
So viel ist geschehen, so viel hast du erfahren: Leid und Ungerechtigkeit an Mensch und Tier, Kriege, die die Welt zerstörten und dich krank und verwundet zurückließen.
An einem Ende der Welt wurdest du zerstört, während du anderswo Hochkulturen hervorgebracht hast. Dass du eine Kugel bist, war nicht immer klar – einst glaubten die Menschen, du seist eine Scheibe.
Unaufhörlich bist du in Bewegung, drehst dich um die Sonne und schenkst uns Tag und Nacht.
Doch die Menschen sind nicht immer gut zu dir. Stück für Stück nehmen sie sich von dir und richten Schaden an. Sie wollen alles verbessern und greifen doch zu tief in die Natur ein.
Von Zeit zu Zeit scheint es, als reiche es dir. Du willst den Menschen ein Zeichen geben, ihnen zurufen:
„Halt – haltet ein! Ihr zerstört eure Mutter Erde!“
Dann kommen Katastrophen: Erdbeben, Hochwasser, Lawinen, Feuer, Trockenheit und Stürme. Und selbst wenn das nicht genügt, führen die Menschen Kriege. Kriege zerstören, was Naturgewalten verschont haben.
Mutter Erde, es tut mir leid, dass die Menschen in all den Jahrtausenden so wenig dazugelernt haben.
Schon vor Millionen von Jahren hast du die Menschheit einmal hart getroffen. Alles Leben wurde eingefroren, in einen tiefen Schlaf versetzt. Du musst sehr wütend und enttäuscht gewesen sein, denn du trafst nicht nur die Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen.
Wie es dir dabei ergangen ist, können wir nur erahnen. Wenn eine Mutter ihre Kinder bestrafen muss, schmerzt es sie selbst am meisten.
Die Menschen können grausam und unbelehrbar sein. Sie erfinden Gifte und Waffen, töten, was sie stört. Manche glauben, sie hätten die Macht dazu, als seien sie selbst Götter.
Doch Mutter Erde, nicht all deine Kinder sind schlecht. Es gibt auch jene, die sich für dich einsetzen, die für dein Recht kämpfen – manchmal sogar mit ihrem Leben. Ihr Erfolg mag klein erscheinen, doch er ist nicht bedeutungslos.
Du schenkst uns so viel Schönes – immer wieder neu. Für jene, die es sehen und zu schätzen wissen, bist du noch immer ein Paradies. Einst warst du es ganz, doch die falschen Entscheidungen der Menschen haben vieles zerstört.
Und doch steht es jedem deiner Kinder frei, sich sein eigenes kleines Paradies zu schaffen. Du gibst uns ein Stück deiner Erde, um es mit Liebe zu gestalten.
Ein solches Stückchen Erde habe ich gefunden. Ich fühle mich dort wohl und geborgen. Ich bemühe mich, mein kleines Paradies zu achten und zu bewahren. Das Stück Erde, das du mir anvertraut hast, möchte ich mit Liebe und Respekt verwalten – und es in gutem Zustand an die nächste Generation weitergeben.
Eines Tages wird vielleicht alles wieder bei null beginnen, und du wirst erneut hoffen, dass die Menschen endlich verstanden haben, was du ihnen sagen wolltest.
Liebe Mutter Erde, sei nachsichtig mit den schwachen Menschen – und schenke deine Kraft jenen, die es verdienen, von dir genährt zu werden.







Eine Antwort
Wieder sehr schön und mit Tränen gelesen