Der ersehnte Regen

Jetzt teilen
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

 

Als Kathi heute Morgen ihre Terrassentür öffnete, drang ihr eine erfrischend kühle Luft entgegen. Es lag eine stille Zufriedenheit über der Landschaft. Die Luft war rein und klar, der Regen hatte Staub und die Hitze weggespült.

Leise flüsterte ich zu meiner Familie:

„Pst – hört ihr es?“

Ein zufriedenes Ah und Oh liegt über der Landschaft. Die Natur atmet auf, als würde sie sich nach wochenlanger Trockenheit endlich wieder genüsslich strecken. Die Baumkronen heben ihre Blätter dankbar zum Himmel, und die Wiesen trinken jeden Tropfen mit spürbarer Erleichterung.

Die Luft ist wieder klar und duftet sauber, als hätte der Regen die Welt einmal durchgespült. Auch die Menschen bewegen sich wieder leichter, schneller, mit einem Funken neuer Lebensfreude im Blick ja, das Leben ist zurückgekehrt.

Wir hatten uns so sehr auf den Sommer gefreut – auf laue Abende, auf das Leben im Freien, auf das sanfte Licht über den Feldern. Doch die Abende waren nicht lau. Sie brachten keine Abkühlung. Der Aufenthalt im Freien war kein Genuss mehr, die Hitze lag schwer über allem. Die Wiesen waren braun, vertrocknet, die Tiere fanden kaum noch frisches Gras auf den Weiden.

Auf dem Sonnenblumenfeld standen die Blumen nicht wie sonst aufrecht und strahlend. Ihre sonnengelben Köpfe hingen müde herab, und die Blätter klebten leblos an den Stängeln – als hätte der Sommer ihnen die Kraft und Lebensfreude genommen.

Und nun, mit dem ersten Regen, beginnt alles wieder zu erwachen.

Die fast ausgedörrten Bachbetten füllen sich langsam, das Wasser tastet sich vor, sammelt sich und plätschert fröhlich for sich hin. Die Fische lassen sich vom Wasser treiben, als hätten sie das Leben neu entdeckt. Auf den Weiden springen die Tiere vor Freude, belebt von der kühlen Feuchtigkeit, die den Kreislauf der Natur wieder ins Gleichgewicht bringt.

Am Ende dieses lang ersehnten Regens bleibt ein stilles Gefühl von Dankbarkeit.

Die Erde hat getrunken, die Luft ist wieder rein und klar geworden, und die Landschaft hat ihre Lebenskraft zurückgewonnen. Die Menschen spüren es wie die Tiere: ein Aufatmen, ein sanftes Zurückkehren zur Leichtigkeit und Lebensfreude.

Wir dürfen dankbar sein für diesen Moment, in dem die Natur uns zeigt, wie viel leben in einem einzigen Regen liegt.

 

 

Über die Autorin
Bild von Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Ähnliche Geschichten

Herbst, bist du schon da?

  Soll ich schon? Oder ist es noch ein bisschen zu früh? Der Kalender sagt ganz eindeutig: September! Also theoretisch darf die Herbstdeko jetzt aus

Der Morgen ohne Gesang

  Noch bevor ich richtig wach war, spürte ich diese ungewohnte Stille im Zimmer. Das vertraute Morgenkonzert der Vögel fehlte. Mein Blick wanderte zur großen

Körbe voller Sommererinnerungen

  Als ich am Morgen meine Augen öffnete, fragte ich mich: War das wirklich ein Traum – oder hatte ich tatsächlich ein Gespräch mit dem

Schreib mir was Nettes

Du hast Fragen oder möchtest mir gerne etwas mitteilen? Feedback, Anregungen?

Willkommen bei den kleinen Geschichten!

Hier findet ihr Texte, Gedichte und kleine Weisheiten aus dem alltäglichen Leben. Geschichten die das Leben schreibt.

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest.

Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken
.

Eure Liselotte