ich denke oft an diesen Tag im März – an die ersten warmen Sonnenstrahlen, an deinen letzten März in diesem Leben. Dein Geist war damals so oft verwirrt, doch an diesem Tag war er klar. So klar wie selten zuvor.
An diesem milden Frühlingstag stellte ich zwei Stühle auf die Terrasse. Wir zogen uns noch ein warmes Jäckchen über, denn es war trotz der Sonne kühl. So saßen wir nebeneinander und genossen diesen stillen Moment. Niemand von uns beiden ahnte, dass es das letzte Mal sein wird, dass wir hier gemeinsam sitzen.
Die Sonne schien sanft auf unsere Haut. Wir sprachen über die Zukunft und darüber, was sie uns wohl bringen würde. Ich legte meinen Arm um dich, und wir redeten über das Leben – darüber, dass es nicht immer fair gewesen war, dass es oft zu hart zu dir war.
Plötzlich sagtest du zu mir: „Wenn ich nicht mehr hier bin, schaue ich vom Himmel zu dir.“
Ich sah dich an und antwortete: „Ja, Mama, du bist dann da oben und passt auf mich auf.“
Ich weiß nicht, warum mir dieser Moment nach acht Jahren wieder so nahegeht. Warum das Gefühl plötzlich wieder so stark ist. Ich sehe uns dort sitzen, ganz deutlich, als wäre es erst gestern gewesen. Wie sehr wünsche ich mir jetzt, zwei Stühle auf die Terrasse zu stellen – einen für dich und einen für mich –, dich in die Arme zu nehmen und dir noch so vieles zu erzählen.
Heute sitze ich oft allein hier in meinem Garten. Ich weiß, er würde dir gefallen. Dann denke ich an diesen Märztag, an uns beide auf der Terrasse. Ich schaue zum Himmel hinauf und wünsche mir, dich zu sehen. Deine Worte klingen noch immer in mir nach, so klar, als hättest du sie mir erst gestern gesagt: „Von da oben werde ich auf dich aufpassen.“
Ich kann dich hinter keiner Wolke sehen, Mama, doch ich spüre dich tief in mir. Ich erinnere mich an deine weiche Haut, an den Schalk, der so oft aus deinen Augen blickte. Du hast eine große Leere hinterlassen. Das Leben ist nicht mehr, wie es war. Du fehlst mir – jeden einzelnen Tag.
Wenn wieder Frühling wird und die Sonne ihre ersten Strahlen vom Himmel schickt, werde ich erneut zwei Stühle auf die Terrasse stellen. Deiner wird leer bleiben. Doch wenn ich die Augen schließe und fest an dich denke, fühle ich deine Wärme und höre deine Stimme. Ich werde in den Himmel schauen und dir ein Lächeln voller Sehnsucht und Liebe schicken.
Ich weiß, du bist da oben, schaust von hinter einer Wolke zu mir – und auch du schenkst mir ein Lächeln, voller Liebe.
Obwohl der Tod uns körperlich getrennt hat, im Geiste und im Herzen sind wir unzertrennlich.
Über die Autorin
Liselotte
Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest.
Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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