Mein Freund der Vollmond

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Aufgeregt und voller Vorfreude lege ich mich ins Bett. Heute Nacht ist es wieder so weit – du kommst zu mir, mein Freund. Ich habe auf dich gewartet und bin bereit.

Die Fenster sind frei, die Vorhänge zur Seite gezogen. Draußen ist der Himmel klar und übersät mit unzähligen Sternen. Eine wohltuende Ruhe erfüllt den Raum. Ich werde ganz still, lasse den Alltag hinter mir und spüre, wie sich eine tiefe Entspannung in mir ausbreitet.

Und dann bist du da.

Majestätisch und in deiner ganzen Pracht schiebst du dich zwischen die Sterne. Dein silbernes Licht erhellt die Nacht und taucht das Himmelszelt in einen ganz besonderen Glanz. Für einen Augenblick scheint die Welt stillzustehen.

Du bist so mächtig, mein Freund. Dein Einfluss reicht weit über die Grenzen des Himmels hinaus. Du bewegst die Meere, beeinflusst die Natur und scheinst manchmal sogar auf unser Leben einzuwirken. Für manche Menschen ist dein Licht eine Unruhe, doch für mich bist du Geborgenheit, Hoffnung und Kraft.

Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich dich wiedersehe. Wenn dein helles Gesicht am Nachthimmel erscheint, fühle ich mich dir nahe. Bei dir kann ich zur Ruhe kommen. Du gibst mir Kraft, und in deiner Gegenwart fühle ich mich wohl und beschützt.

Nun ist mein Blick frei auf dich gerichtet. Ich schaue in dein leuchtendes Gesicht und begrüße dich leise:

„Guten Abend, mein Freund. Endlich bist du wieder da. Einen ganzen Monat habe ich auf dich gewartet.“

Und während ich dich betrachte, wird mir warm ums Herz. Ich weiß, dass diese Nacht wieder eine besondere sein wird. Ich fühle deine Nähe, spüre den Frieden, den du mir schenkst, und weiß, dass es mir gut geht.

Geborgen schließe ich meine Augen. Ich werde ruhig und kann loslassen. In dieser Nacht werde ich wieder gut schlafen. Und wenn du weiterziehst und langsam am Horizont verschwindest, werde ich auf deine Wiederkehr warten.

Denn ich weiß: Du wirst wiederkommen.

Dann werde ich dir erneut in dein vertrautes Gesicht schauen und dir alles erzählen, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Du wirst schweigend zuhören, so wie du es immer tust. Und ich werde mich fühlen, als wäre kein einziger Tag vergangen.

Eines Tages jedoch, wenn meine Seele sich auf ihre letzte Reise begibt, werde ich zu dir kommen, mein Freund. Dann werde ich nicht mehr von meinem Fenster aus zu dir hinaufschauen. Ich werde bei dir sein und von dort oben auf meine Lieben herabblicken.

Und euch, meine Lieben, möchte ich dann etwas sagen:

Wenn ihr in den Nachthimmel schaut und den Vollmond entdeckt, dann haltet einen Moment inne. Schaut genau hin, betrachtet sein vertrautes Gesicht und denkt an mich. Vielleicht könnt ihr euch dann vorstellen, dass ich dort oben bin – bei meinem Freund, dem Vollmond.

Erzählt mir von eurem Leben, von euren Freuden und Sorgen, von all den kleinen und großen Dingen, die euch bewegen. Erzählt mir alles, was ihr auf dem Herzen habt. Denn auch wenn ihr mich nicht mehr sehen könnt, möchte ich in euren Gedanken und in euren Herzen bei euch sein.

Ich werde euch zuhören, so wie ich es immer getan habe.

Und wenn ihr müde werdet, schließt eure Augen. Lasst die Gedanken des Tages ziehen und findet euren Frieden. Vielleicht schenkt euch der Mond in dieser Nacht ein wenig von der Geborgenheit, die er mir all die Jahre gegeben hat.

Schlaft gut, meine Lieben.

Und wenn ihr das nächste Mal zum Vollmond hinaufschaut, dann denkt daran: Liebe kennt keine Grenzen. Sie endet nicht mit dem Abschied, sondern lebt weiter – in unseren Erinnerungen, in unseren Herzen und in all den kleinen Zeichen, die uns mit einem geliebten Menschen verbinden.

 

Denn der Vollmond ist und bleibt mein Freund.

Diese Zeilen widme ich meiner Mama. Die ursprünglichen Worte stammen von ihr. Mit dieser Geschichte möchte ich ihre Gedanken, ihre Gefühle und ihre besondere Verbundenheit mit dem Vollmond bewahren – als liebevolle Erinnerung an einen Menschen, dessen Worte und Liebe weiterleben.

DER VOLLMOND IST MEIN FREUND!

 

 

Über die Autorin
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