Krampus und Nikolaus

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Krampus und Nikolaus, zwei alte Gesellen, belohnen das Gute und mahnen das Böse.
Sie durchstreifen die dunkle Jahreszeit, wenn der Schnee leise fällt und der Mond still am Himmel steht.
Der eine gütig und milde, der andere furchteinflößend und streng. Ein Brauch aus früheren Zeiten, und doch noch immer beliebt bei Alt und Jung.

 

05. Dezember Krampus!

Hansl, schnell putz deine Schuhe! Der Krampus steht schon bald vor unserer Tür, ich höre schon das Stampfen seiner Füße.“ Susi, blickt voller Aufregung und mit roten Bäckchen zum Fenster. Ein wenig Angst hatte sie schon. Hansl sagt, „Susi du musst dich nicht fürchten“, sagte Hansl beruhigend. „Wir waren doch das ganze Jahr über brav.“ „Und die Schuhe sind blitzblank sauber, also brauchen wir ihn nicht zu fürchten.

„Naja, ich erinnere mich schon an ein paar Tage, da waren wir nicht ganz so brav. Weißt du noch, als wir heimlich vom Kuchen genascht haben? Oder Vaters Pfeife versteckt haben?“ flüsterte Susi ganz leise. „Ach, Susi, mach dir keine Gedanken“, sagte Hansl mit fester Stimme. „Wir schauen dem Krampus lieb in die Augen und versprechen, dass wir ab jetzt ganz brav sind.“

Klopf, klopf machte es auch schon an der Tür. Die Kinder sahen sich erschrocken an. Susi fand ihre stummer als Erste wieder und flüsterte: „Hansl, bist du bereit?“

„Ja“ sagte Hansl, nahm Susi an der Hand, und mit klopfenden Herzen öffneten sie vorsichtig die Tür.

Der Krampus ließ seine Ketten klirren und trat in die Stube. Die Kinder gingen zur Seite und blickten den Krampus erschrocken an. „Wenn ihr brav gewesen seid und saubere Schuhe habt, dann braucht ihr euch nicht zu fürchten“, sprach der Krampus mit tiefer Stimme. „Denn nur die Unartigen werden meine Rute zu spüren bekommen. Doch ich weiß, ihr seid immer schön artig und brav gewesen, darum habt ihr auch nichts zu befürchten.“

Er füllte ihre blitzblanken Schuhe mit Äpfeln, Lebkuchen und Nüssen, ließ seine Ketten erneut klirren und verließ mit lautem stampfen das Haus.

Hansl und Susi sahen sich an und waren froh, dass der Krampus wieder gegangen war.

 

 

06. Dezember Nikolaus!

„Hansl, schau doch aus dem Fenster, der Nikolaus ist auf dem Weg zu uns!“

„Sind deine Hände sauber, und dein Hemd gebügelt?“, fragt Susi ihren Bruder. Hansl sah an sich herunter, strich sein Hemd glatt und nickte.

Da klopfte es leise an der Tür.

„Klopft, klopf, sind hier brave Kinder zu Hause?“ hörten sie die sanfte Stimme vom Nikolaus. „Ja, hier sind brave Kinder in diesem Haus!“, riefen die Kinder gemeinsam mit leiser Stimme und öffneten vorsichtig die Tür.

Der Nikolaus trat mit seinen großen Stiefeln in die warme Stube sah die Kinder prüfend an und nahm den schwer gefüllten Sack von seinem Rücken.

„Nun, dann schlag ich einmal mein goldenes Buch auf und sehe nach, ob etwas über euch geschrieben steht“, sagte er freundlich lächelnd. „Hier steht, ihr seid brave, fleißige und hilfsbereite Kinder.“ „Na dann habe ich für euch auch etwas mitgebracht.“

Die Kinder standen voller Ehrfurcht und roten Wangen vor dem Nikolaus und nahmen ihre Geschenke dankbar entgegen. „Zum Abschied möchte ich noch gerne ein Lied von euch hören,“ sagte er mit einem Lächeln und sah die Kinder erwartungsvoll an.

Hansl und Susi sahen sich an und begannen sofort zu singen: „Lasst uns froh und munter sein…“

Der Nikolaus lächelte zufrieden, strich den Kindern liebevoll über den Kopf und trat mit großen Schritten in den verschneiten Abend hinaus. Zurück bleiben zwei glückliche Kinder, die noch lange dem Nikolaus nachblickten.

 

 

 

Über die Autorin
Bild von Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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