Der Abschied vom Sommer

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Wie jeden Morgen bin ich schon bald am Morgen unterwegs, ich lieb die Morgenstunden, die Ruhe und die Stille der Natur, es ist alles vollkommen und so friedlich.
Doch heute ist es ein wenig anders, ich spüre es liegt etwas in der Luft, die Stimmung ist eigenartig und Wehmut begleitet mich. Es ist etwas frischer heute Morgen, die Luft ist klar und feucht, in der Ferne ziehen Nebelschwaden über die Felder und ein filigranes Spinnennetz leuchtet in der Sonne. An den Bäumen verfärben sich bereits die ersten Blätter und einzelne tanzen schon zu Boden. Und wo sind all die bunten Blumen hingekommen, war es nicht erst gestern, dass ich mir pflückte einen Blumenstrauß?  Viele haben sich bereits wieder in die Erde zurückgezogen, oder es stehen nur noch verwelkte, verblühte Blumen in den Wiesen. Doch nein, hin und wieder sehe ich noch einige Blüten, die stolz und stark in den Himmel sehen, es sind wohl die letzten für diesen Sommer und das stimmt mich doch ein wenig traurig. So gehe ich meines Weges weiter und achte bewusster auf die Zeichen der Natur, achte darauf was sie mir sagen will. Vor meinen Füssen liegen herabgefallene Äpfel mit roten Bäckchen und warten darauf, dass ich mich um sie bücke. Nun fällt mein Blick auf den schönen großen Kastanienbaum und ich blicke in sein bereits verfärbtes Laub, ja denke ich mir, es dauert nicht mehr lange und die Kastanien hüpfen aus den Schalen. Ich sehe im Geiste schon die Kinder und höre ihr Lachen, alle wollen Kastanien sammeln, um schöne, lustige Dinge draus zu machen. Nicht nur die Kinder, denke ich mir und muss lächeln, denn auch ich freue mich auf die ersten Kastanien und komme immer mit einigen nach Haus. Auch mir gefallen sie gut, ja auch ich mache schöne Dinge daraus und schmücke mein Haus.
Wie konnte es sein, dass ich die Anzeichen nicht sah, sie kamen doch nicht einfach so über Nacht? Nein, ich wollte sie noch nicht sehen, ich bin für den Herbst noch nicht bereit.
Ich habe den Sommer dieses Jahr besonders genossen, er war heiß so wie ich es liebe, ich genoss jeden Tag und wollte nicht das er zu Ende geht. Wie liebe ich die lauen Abende, bei Kerzenschein und mit lieben Menschen gemütlich im freien zu sitzen. Schöne, unterhaltsame Gespräche zu führen und die Sonne beobachten, wie sie als Feuerball am Horizont versinkt und den Himmel in Rot erstrahlen lässt. Den Leuchtkäfern bei ihrem Tanz zuzusehen und schöne Geschichten erzählen.

An manchen Tagen fuhren wir schon früh morgens mit der Familie an den See. Die Kinder hatten Spaß und genossen es im Wasser herumzutollen, sie kamen erst aus dem Wasser, als ihre Lippen schon blau waren. Und wir Erwachsenen, wir sprachen über unsere Kindheit, wie bescheiden wir aufwuchsen und doch glücklich waren. Wie herrlich und frei, war das Gefühl, in der Wiese zu liegen, in den Himmel zu blicken und den Schwalben zuzusehen, wie leicht sie durch die Lüfte fliegen und nicht an morgen zu denken. Keinen Radio, keine Nachrichten zuhören, nur den Tag, das hier und jetzt genießen.

Ich beobachte die Kinder und genieße es ihnen zu zusehen, wie sorglos sie sich im Kreise bewegen und voller Freude laut lachen und nur diesen Tag genießen. Ich Lasse meine Gedanken schweifen und, muss an ihre Zukunft denken, dabei schleichen sich schon wieder besorgte Gedanken ein, doch nein, heute mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft, heute will ich diesen schönen Sommertag genießen. Denn die schönen Momente, die wir jetzt und hier erleben, werden unsere Erinnerungen sein, von denen wir in der Zukunft erzählen werden.

Voller Wehmut denke ich an einen dieser sinnlichen Abende, da wir auf der Terrasse saßen und in der Dunkelheit nach Sternenbilder Ausschau hielten. Hier, ich sehe den großen Wagen und dort ist der Polarstern, der Löwe und der Orion sind auch gut zu erkennen, riefen wir durcheinander. Und als gar eine Sternschnuppe vom Himmel viel, wir benahmen uns wie Kinder, ein jeder schickte lautlos seinen Wunsch in das Universum und plötzlich wurde es ganz still.
Es war eine eigenartige Stimmung, ein jeder dachte wohl über seinen Wunsch nach und ob er in Erfüllung gehen wird.

Was waren das für schöne Momente, was war das für ein schöner Sommer!

Mir, wird dieser Sommer in sehr schöner Erinnerung bleiben, ich weiß, ich werde in einigen Jahren noch davon erzählen.

Und meine Erzählungen werden so beginnen: „Könnt ihr euch noch daran erinnern, damals, dieser wunderschönen Sommer? …“

Es ist doch nur verständlich, dass ich die Anzeichen nicht sehen wollte, ich wollte es nicht wahrhaben, dass sich dieser Sommer schön langsam verabschiedet.
Doch nein, ich will nicht undankbar sein, denn es war ein wunderschöner Sommer, wir hatten so viel Spaß und Freude und ich weiß, auch der Herbst hat noch seine schönen Tage. Und, ich werde weiterhin mit offenen Augen und Ohren durch die Natur gehen, werde die Farbenpracht des Herbstes bestaunen und glücklich sein. Ja, ich freue mich auf den Herbst, auf die Ruhe und die Veränderung der Natur.

Die Natur braucht die Jahreszeiten, für einige bedeutet es zu sterben, einige ruhen sich aus, um neue Kräfte zu sammeln und für viele gibt es einen Neubeginn, darum ist jede Jahreszeit wichtig und hat auch ihren Reiz.

 

 

 

 

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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