Die Sonne strahlte an diesem Morgen bereits fröhlich durch mein Fenster. Mit Schwung schwang ich meine Beine aus dem Bett und schlüpfte in meine Hausschuhe. Plötzlich spürte ich ein Gefühl in mir – es war, als würde etwas nach mir rufen. Es war noch frisch, immerhin ist es erst Februar, so zog ich mir eine Jacke über und ging hinaus in den Garten.
Die Sonne begrüßte mich erneut und schien mich einzuladen, eine Runde durch den Garten zu gehen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, denn die Luft war bereits vom Hauch des Frühlings erfüllt. Ich nahm gleich zwei Stufen auf einmal und stand kurz darauf mitten in meinem Garten. Mein Blick wanderte zum Boden – und dort entdeckte ich, gut versteckt, das erste zarte Grün.
Welch ein Glücksgefühl durchströmt mich, als ich sah, wie sich das erste zarte Grün durch den harten Boden schiebt. Ein kleiner zarter Spross und doch voller Kraft. Gerne würde ich ihn berühren, doch nein, ich halte inne, aus Respekt vor diesem Wunder der Natur.
Mit einem Lächeln betrachte ich dieses kleine Pflänzchen. Noch überlege ich, welche Zwiebel ich im Herbst in die Erde gelegt habe. War es eine Tulpe, oder doch eine Hyazinthe? Doch es ist mir auch egal, was sich hier aus der Erde schiebt. Ich weiß es bringt mir schon jetzt Freude. Ich wundere mich über die Kraft, die in dieser kleinen Pflanze steckt und mit welcher Entschlossenheit es dem Licht entgegenwächst.
Und so denke ich mir: Wir Menschen sollten uns ein Beispiel an der Natur nehmen, sie zeigt es uns, Jahr für Jahr, immer wieder. Still, geduldig und mit einem Streben nach Leben.
So wie dieser kleine Spross das Licht aufnimmt, sollten auch wir das Leben in uns aufnehmen — mutig, hoffnungsvoll, voller Kraft und mit Dankbarkeit.





