An Allerheiligen gehen viele Menschen auf den Friedhof, stellen Kerzen auf die Gräber ihrer Lieben und nehmen sich bewusst Zeit für die Erinnerung.
Ich respektiere das. Doch für mich fühlt sich dieser Tag anders an.
Für mich bedeutet Allerheiligen vor allem, dass wieder ein Jahr vergangen ist. Ein weiteres Jahr ohne Menschen, die mir einmal wichtig waren. Menschen, mit denen ich gelacht habe, mit denen ich Erinnerungen geteilt habe und von denen ich dachte, sie würden noch lange Teil meines Lebens sein.
Ich gehe nicht nur an Allerheiligen zum Grab. Ich gehe das ganze Jahr über. Ich sorge dafür, dass Blumen dort stehen, dass alles gepflegt ist und dass ein Licht brennt. Nicht, weil ein Kalender mir sagt, dass heute der richtige Tag dafür ist, sondern weil sie zu meinem Leben gehören.
Ich brauche keinen besonderen Tag, um an meine Verstorbenen zu denken. Sie sind jeden Tag bei mir. In meinen Gedanken, in meinen Erinnerungen, in den kleinen Momenten des Alltags. Manchmal genügt ein Lied, ein Ort oder ein bestimmter Duft, und sie sind mir plötzlich ganz nah.
Darum ist Allerheiligen für mich kein Tag des Gedenkens. Denn das Gedenken endet für mich nie.
Meine Lieben leben in meinem Herzen weiter. Jeden Tag. Nicht nur an Allerheiligen.





