Es ist doch nur ein Stein unter vielen, dachte Steffan, und warf ihn achtlos in den Sand.
„Nein!“, rief Susi erschrocken. „Schau ihn dir doch genauer an – er hat so viel zu erzählen.“
Steffan wollte seine kleine Tochter nicht verärgern und hob den Stein wieder auf. Susi trat näher, ihre Augen leuchteten. „Sieh doch: diese winzigen Muschelsplitter, das wunderschöne Schimmern der eingeschlossenen Steinchen, der Sand, der vom Meer fest hineingetragen wurde. Was glaubst du, wie alt dieser Stein ist?“
Steffan sah seine Tochter überrascht an. In ihm regte sich ein unerwarteter Stolz – seine Tochter war klüger, als er es je gewesen war.
„Susi“, sagte er leise, „danke, dass du mir deine Welt der Fantasie geöffnet hast. Dieser Stein ist Jahrtausende alt. Er trägt eine lange Geschichte in seinem Inneren. Es wäre fantastisch, wenn er sie uns erzählen könnte.“
„Ja“, flüsterte Susi und strich liebevoll über die Oberfläche. „Das wäre schön.“
Dann steckte sie den Stein behutsam in ihre Hosentasche, als hätte sie gerade einen kleinen Schatz gerettet.





