Wie das erste grün meine Seele berührte

Jetzt teilen
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

Die Sonne strahlte an diesem Morgen bereits fröhlich durch mein Fenster. Mit Schwung schwang ich meine Beine aus dem Bett und schlüpfte in meine Hausschuhe. Plötzlich spürte ich ein Gefühl in mir – es war, als würde etwas nach mir rufen. Es war noch frisch, immerhin ist es erst Februar, so zog ich mir eine Jacke über und ging hinaus in den Garten.

Die Sonne begrüßte mich erneut und schien mich einzuladen, eine Runde durch den Garten zu gehen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, denn die Luft war bereits vom Hauch des Frühlings erfüllt. Ich nahm gleich zwei Stufen auf einmal und stand kurz darauf mitten in meinem Garten. Mein Blick wanderte zum Boden – und dort entdeckte ich, gut versteckt, das erste zarte Grün.

Welch ein Glücksgefühl durchströmt mich, als ich sah, wie sich das erste zarte Grün durch den harten Boden schiebt. Ein kleiner zarter Spross und doch voller Kraft. Gerne würde ich ihn berühren, doch nein, ich halte inne, aus Respekt vor diesem Wunder der Natur.

Mit einem Lächeln betrachte ich dieses kleine Pflänzchen. Noch überlege ich, welche Zwiebel ich im Herbst in die Erde gelegt habe. War es eine Tulpe, oder doch eine Hyazinthe? Doch es ist mir auch egal, was sich hier aus der Erde schiebt. Ich weiß es bringt mir schon jetzt Freude. Ich wundere mich über die Kraft, die in dieser kleinen Pflanze steckt und mit welcher Entschlossenheit es dem Licht entgegenwächst.

Und so denke ich mir: Wir Menschen sollten uns ein Beispiel an der Natur nehmen, sie zeigt es uns, Jahr für Jahr, immer wieder.  Still, geduldig und mit einem Streben nach Leben.

So wie dieser kleine Spross das Licht aufnimmt, sollten auch wir das Leben in uns aufnehmen — mutig, hoffnungsvoll, voller Kraft und mit Dankbarkeit.

 

 

Über die Autorin
Bild von Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
Facebook
Twitter
Email
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Ähnliche Geschichten

Die verschwundene Brille von Frau Pichler

In der Villa Lebenslust, einem gemütlichen und liebevoll geführten Altersheim auf dem Land, herrschte an diesem Morgen große Aufregung. Frau Pichler, eine sehr elegante Dame,

8.März – Weltfrauentag

Ein Hoch auf die Frauen! Heute feiern wir die Frauen, die den Alltag zusammenhalten, während alle anderen überzeugt sind, dass sich Termine, Kühlschränke, Wäsche, Familienprobleme

Der kleine Knopf

Am frühen Morgen blieb Karin einen Moment am Fenster stehen. Draußen hing der Himmel grau und schwer über den Dächern, ein feiner Nieselregen zog leise

Die Elfe am Fenster

  Als ich an einem sonnigen Morgen in die Stube kam, erblickte ich eine kleine, zarte Elfe, die am Fenster saß. Ich war entzückt, fasziniert

Wenn der Frühling Erwacht

  Ich trage den Frühling bereits in mir. Mit jedem Schritt, den ich setze, weicht der Schnee unter meinen Füßen zurück, und aus dem kalten

Schreib mir was Nettes

Du hast Fragen oder möchtest mir gerne etwas mitteilen? Feedback, Anregungen?

Willkommen bei den kleinen Geschichten!

Hier findet ihr Texte, Gedichte und kleine Weisheiten aus dem alltäglichen Leben. Geschichten die das Leben schreibt.

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest.

Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken
.

Eure Liselotte