Am Ende unseres Lebens gehen wir alle diesen Weg.
Ob alt oder jung, ob krank oder scheinbar gesund – aus den unterschiedlichsten Gründen führt er uns eines Tages dorthin.
Manche erreichen ihn nach einem langen Ringen mit Schmerzen und spüren Erleichterung, weil eine Welt ohne Leid auf sie wartet. Andere gelangen aus innerer Verzweiflung zu diesem Punkt und sehnen sich nach Frieden, den sie im Leben nicht mehr finden konnten. Es gibt jene, die traurig und überrascht vor diesem Weg stehen und sich wünschen, sie könnten umkehren.
Und besonders schwer ist es für diejenigen, die durch die Hand eines anderen dorthin gestoßen wurden – sie verstehen nicht, warum sie hier sind. Manche sind viel zu jung, und doch wurde ihnen dieser Weg viel zu früh auferlegt.
Und wir alle, ohne es zu ahnen, stehen irgendwann in dieser Reihe.
Doch wenn dieser Weg sich öffnet, zeigt sich am Horizont kein Ende, sondern ein leiser Anfang. Ein Ziel, das nicht dunkel ist, sondern weich, weit und voller Frieden. Dort, wo wir ankommen, dürfen wir mit Dankbarkeit und Liebe auf jene blicken, die sie zurücklassen mussten.
Wir gehen irgendwo zwischen dem Ort, den wir verlassen haben, und dem, den wir noch nicht kennen, beginnt die Welt leiser zu werden. Die Schritte werden langsamer, die Zeit existiert nicht mehr. In diesem Zwischenraum lösen sich die Konturen des Alten, ohne dass das Neue schon Form angenommen hätte. Es ist ein Atemzug, der sich dehnt, ein Moment, in dem wir weder festhalten noch eilen müssen. Vielleicht geschieht genau hier das Wesentliche: dass wir uns selbst zuhören, während die Zeit für einen Augenblick stillsteht und uns erlaubt, anders weiterzugehen als wir gekommen sind.
Es ist kein Abschied, es ist ein Übergang, der etwas Unbegreifliches eröffnet – ein neuer Anfang.
Vielleicht ist es ein Heimkommen – Vielleicht ein Weitergehen – Vielleicht ein Wiedererkennen in einer Form, die wir noch nicht verstehen.
Aber eines bleibt gewiss: Die Liebe, die wir gegeben haben, bleibt zurück. Die Liebe, die wir empfangen haben, nehmen wir mit uns.
Und so wird aus dem letzten Schritt kein Ende, sondern der erste Schritt in ein neues, stilles Wunder.





