Mit großer Freude begrüßen wir den Februar – jenen Monat, der noch einmal Schnee und Frost bringen kann und zugleich bereits den leisen Übergang in den Frühling ankündigt. Als zweiter Monat des Jahres zählt er in der Regel 28 Tage, nur in Schaltjahren schenkt er uns einen zusätzlichen, den 29. Tag.
Ein frostiger Jänner liegt hinter uns. Er war kälter als in vielen Jahren zuvor, geprägt von Schnee und eisigen Temperaturen. In dieser Zeit konnten wir beobachten, wie die kleinen Vögel sich um das ausgelegte Futter scharten und um jedes Körnchen stritten.
Nun aber schreiben wir Februar. Die Natur beginnt zaghaft zu erwachen, die Tage werden spürbar länger, und die Sonne gewinnt langsam an Kraft. Wer aufmerksam durch Wiesen und Waldränder geht, entdeckt bereits die ersten Wildkräuter, die ihre Spitzen aus der Erde schieben: Huflattich, Vogelmiere, Brennnessel und einige andere Vorboten des neuen Lebens. Auch Schneeglöckchen und Winterlinge kämpfen sich mutig durch die oft noch geschlossene Schneedecke.
Sobald der Februar milder wird, kehren die ersten Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurück. Sie beginnen mit der Balz, bauen ihre Nester und werden uns bald wieder mit ihren fröhlichen Liedern erfreuen.
Schon unsere heidnischen Vorfahren richteten sich nach dem Rhythmus der Natur und feierten zu dieser Zeit besondere Feste. Aus dem keltischen Imbolc oder Oimelc wurde im Zuge der Christianisierung Maria Lichtmess. Imbolc bedeutet „Rundum-Waschung“ und weist auf den reinigenden Charakter dieses Festes hin. Oimelc bezeichnet die erste Milch der Schafe im Frühjahr und steht symbolisch für Fruchtbarkeit, Geburt und Nährung.
Der Göttin Brigid wird nachgesagt, dass sie Anfang Februar mit ihrem Lichtpfeil vom Himmel herabsteigt, um die Natur zu neuem Leben zu erwecken. Eine alte Bauernregel bringt diese Hoffnung treffend zum Ausdruck:
„Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.“
So hoffen viele auf Schnee und Sturm – in der Sehnsucht nach einem baldigen Frühling.
Der Februar ist zudem die Zeit des Faschings. Mit Tanz, Umzügen und bunten Kostümen feiern die Menschen ausgelassen, oft verborgen hinter Masken, die nicht selten eine eigene Geschichte erzählen.
Am 14. Februar wird der Valentinstag begangen – ein Tag der Liebe und Wertschätzung, an dem Blumen und kleine Gesten Zuneigung ausdrücken. Manche nutzen diese Zeit auch für eine Fastenkur, um Körper und Geist zu reinigen und neu auszurichten.
Für alle, die im Februar geboren sind, stehen das Veilchen und die Primel als Geburtsblumen symbolisch für Bescheidenheit, Hoffnung und den Neubeginn des Lebens.





