Lotte und der Frühling ihres Lebens

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  Lotte hat es sich an diesem schönen Frühlingstag unter ihren Baum gemütlich gemacht. Es ist noch etwas frisch, doch mit dem Tuch über den Schultern ist es schon angenehm. Sie sieht ihren Enkelkindern beim Spielen zu und beneidet sie um die Unbeschwertheit und um das offene ehrliche  Lachen.
Wie so oft in letzter Zeit, wird Lotte still und lässt ihre Gedanken weit zurück reisen, denkt an den Frühling ihres Lebens.
Wie weit liegt das nun schon zurück und sie stellt sich die Frage.

  Wohin sind all diese Jahre gekommen? „

Sie denkt an die schönen Stunden, die sie in den Ästen ihres Baumes verbrachte und ihm ihre Geheimnisse und ihre Sorgen anvertraute. Da war die erste Liebe, der erste Liebeskummer  „ Lotte lächelt ganz versonnen „Wie schön diese doch war, ich dachte sie hält für immer, doch plötzlich war sie vorbei.
Wie schmerzte das Herz, wie tat es doch weh, wie viele Tränen sind geflossen, sie  dachte das Leben ist nun vorbei. Oft denkt sie an den Jungen von damals.

 Vergisst man die erste Liebe doch nie. „

Lotte schüttelt den Kopf und spricht es laut

Ja, es war gut das er ging.“

Denn so kam ein anderer Junge und der blieb, wurde mein Mann für mein ganzes Leben. Dafür bin ich dankbar und glücklich bis jetzt. Sie denkt an so viele sorgenlosen Stunden und wie schön und unbeschwert der Frühling ihres Lebens war.
Es war alles so leicht, so schnell vergessen was nicht wichtig war. Das Leben hatte  Lotte in ihrem Lebensfrühling von großem Leid und Kummer, bis dahin bewahrt. Natürlich gab es auch Kummer und Sorgen, doch es war alles nicht so schlimm.
Sie sieht wie ihre älteren Enkelkinder mit dem Handy spielen und denkt bei sich. Wie hatten wir es früher nur geschafft, wir hatten uns doch auch getroffen mit Freunden zu jeder Zeit. Wir waren pünktlich und jeder war da, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit.
Wir hatten keine Handys, doch wir hatten Glück, denn der Nachbar hatte einen Telefonapparat und den durften wir manchmal auch benutzen.

Wir hatten Briefe geschrieben mit Blumen und Herzen verziert, abgeschickt und voller Ungeduld auf Antwort gewartet.
Wie schön war das Gefühl, den Briefumschlag zu öffnen und den Brief in der Hand zu halten. Manchmal duftete er nach dieser Person die ihn geschrieben hatte, es war so kostbar und so vertraut.

Natürlich hat Lotte diese Briefe noch aufgehoben, mit einem roten Band zugebunden, liegen sie in einer schönen Schatulle. Von Zeit zu Zeit nimmt sie die Briefe in die Hand, hält sie zärtlich wie einen kostbaren Schatz.

Kein SMS, WhatsApp oder E-Mail, wird einen Brief der mit liebe geschrieben wurde, jemals ersetzten können. Es fehlt die Seele und die Persönlichkeit die in jedem Brief lebt.
Schade, denkt sie und sieht voller Bedauern zu den Kindern hin.
Bevor sie ihren Stock nimmt und ihren Baum für heute verlässt, sieht sie in die Baumkrone. Die Blätter und Blüten am Baum sind noch so zart wie der Frühling, voller Liebe sagt sie zu ihren Baum.

Du kennst alle meine Jahreszeiten, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter meines Lebens. War ich doch nie lange fort von diesem Ort“.

 

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Über die Autorin
Liselotte

Liselotte

Seit vielen Jahren schreibe ich leidenschaftlich gerne und halte meine Gedanken, inspiriert durch Schicksale, Lebensveränderungen oder Erlebnisse auf Papier fest. Manchmal lustig, manchmal traurig, aber immer ein wenig zum Nachdenken.
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